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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 3 · p. 373

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1913-01-01
Page
373 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Besprechungen. Bacher, Wilhelm, Die Prooemien der alten jüdischen Homilie. Beitrag zur Geschichte der jüdischen Schriftauslegung und Homiletik. [Beiträge zur Wissenschaft vom Alten Testament herausgegeben von Rudolf Kittel. Heft 12.] Leipzig 1913 Hinrichs’sche Buchhandlung. IV -f 126 S. Der jüdische Gottesdienst, seit Esra mit der Vorlesung der heiligen Schrift verbunden, hat neben dem Pentateuch, der in W0chenabschnitte geteilt als lectio continua in ein־ oder dreijährigem Cyclus vorgeleseia wurde, eine Auswahl von Anschlußtexten aus den prophetischen Schriften getroffen, deren Vorlesung sich dem Wochenabschniite anschloß. Außerdem setzten sich für besondere Säbbathe, für Fest- und Fasttage aus dem Pentateuch und den Propheten besondere Schrifttexte fest. — Die Hagiographen lieferten keine Anschlußtexte — Haftara — an die pentateuchischen Perikopen, vielleicht weil sie, nach einer ansprechenden Bemerkung Bachers, zur Zeit der Entstehung der betreffenden Einrichtung noch nicht als geschlossene Sammlung Vorlagen (S. 3). Hinzukommen noch an gewissen Fest- und Fasttagen die 5 Rollen, z. B. das Hohelied am Peßachfeste usw. Es ist natürlich, daß der Prediger sich an den am Tage der Predigt vorgelesenen Text hielt. Urspiünglich sollte er ja gar nichts anderes tun, als den vorgelesenen Text erklären und auf die Gegenwart anwenden. Vielfach blieb der Prediger bei dem Anfänge des Textes stehen, ein Umstand, der noch bei sehr vielen modernen Predigten vorwaltet, und dem die hübsche Entdeckung Theodors zu verdanken ist, daß die im Tanchuma vorliegenden Auslegungen sich an den dreijährigen Cyclus anlehnen. Jahr für Jahr über dieselben Texte predigen ist mißlich: schwierig für den Prediger, langweilig für den Zuhörer. Der agadische Vortrag sollte aber »das Herz anziehen«: er sollte anziehend, nicht langweilig sein. Dies erweckte das Streben, dem Publikum Neues zu bieten. Neues in Gedanken bietet die Predigt — nicht nur die jüdische — selten; aber Neues konnte in Bildern und in dem Texte, der als Ausgangspunkt diente, geboten werden, wenn die Erläuterung auch in den fälligen Perikopentext münden mußte.

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