Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ein neuentdecktes Grabgedicht einer römischen Jüdin
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 5)
- Language
- German
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Ein neuentdecktes Grabgedicht einer römischen Jüdin. 313 die andere Auffassung führt zu einem hier möglicherweise zugrundegelegten, bekannten Glaubenssatz. Die Lehre von der Unsterblichkeit und der Auferstehungsgedanke stehen in engem Zusammenhang mit den messianischen Hoffnungen, und es ist nur eine folgerichtige Konsequenz dieser in ihrem Ursprünge durchaus nationalen Idee, wenn die Auferstehung an den Aufenthalt im heiligen Lande geknüpft wird. Die volkstümliche Vorstellung geht dahin, daß an jenem Tage, an welchem die große Hoffnung sich erfüllen wird, die Gebeine der Verstorbenen in das heilige Land rollen werden, um dort zu neuem ewigem Leben zu erstehen1). Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese territoriale Beschränkung der Auferstehungsidee auch dem Verfasser unserer Grabschrift vorgeschwebt hat. l) Köhler a. a. O. S. 292 ff.