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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 3 · p. Seite 282

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 3
Article
Christliche Talmudforschung
Date
1913-01-01
Page
Seite 282 (sequence 11)
Language
German
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282 Christliche Talmudforschung. zitiert1 * *), und Maleachi sind jünger als Jesus und das Christentum. Dagegen läßt sich nichts einwenden; das ist Bibelkritik, da muß man hübsch still schweigen. Nur das eine stört, daß nämlich in den von B. angeführten neutestamentlichen Stellen gerade der christliche Partikularisaius zum Ausdruck kommt, da in ihnen die Zusammengehörigkeit erst mit dem Auftreten Jesu beginnt und sich nur auf dje Christgläubigen erstreckt. Im Gegensatz zum Judentum, das die brüderliche Zusammengehörigkeit aller Menschen, ohne Unterschied des Glaubens lehrt. Ben Asai sagt: »Der Satz der Schöpfungsgeschichte: »Dies ist das Buch von der Entstehung des Menschen«*) ist das größte Prinzip in der Torah«8). Das Schriftgelehrtentum legt also die Schöpfungsgeschichte in universalistischem Sinne aus und gibt dieser Auffassung auch in dem Satze der Mischna Ausdruck, »deshalb sei der Mensch in einem Exemplare geschaffen worden, damit man wisse, daß wer ein Menschenleben zugrunde richte, sich gerade so versündige, als ob er eine ganze Welt zugrunde richte. Ebenso kommt die Erhaltung eines Menschenlebens der Erhaltung einer ganzen Welt gleich«4 * * *). Der Universalismus des Judentums beginnt also schon mit der Schöpfung, wo es nicht Juden, nicht Christen, nicht Heiden gab. Denn »als Adam grub und Eva spann, wo war denn da ein —- Judenmann?«. B.’s Frage: »Wird je die Synagoge, die verärgerte und rückständige (I!) ältere Schwester der Kirche nach den *) Matth. 5, 43; 19, 19; 22, 38. *) Gen. 5, 1. a) Sifra zu Lev. 19, 18 u. a. S. Bacher, Ag. Tan. I, S. 429, Note 1; Güdemann, Jüdische Apologetik, S. 50 u. Annu 10. 4) Sanhedr. IV, 5. Vgl. dazu Steckeimacher, Prinzip der Ethik, S. 189. Zahlreiche andere Stellen und über den Universalismus des Judentums überhaupt siehe bei Zunz, Zur Geschichte, S. 377, 381 ff. und Gudemann, Jüdische Apologetik, S. 46—93.

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