Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 245 Wissenschaft die Ergebnisse der geschichtlichen Forschung sind es, welche den Bestand des Judentums erschweren. Eine wahrhafte Erneuerung des Judentums kann meines Erachtens nur von innen heraus, nicht von außen hinein kommen. Die Bedtngungen dazu, die Erweckung des schöpferischen religiösen G enies, an dem das alte Judentum so reich war, scheinen heute noch nicht gegeben zu sein. Heute gilt es nur, durch Überlieferung der Lehre (denn eine v olkstümliche, religiöse Lehre — Tora — nicht aber philosophische Spekulation ist das Wesen der jüdischen Religion) die historische Kontinuität zu wahren, bis die Bedingungen günstigere sein werden. Die Minorität, die an dieser Überlieferung festhalten will, braucht Eucken nicht, und diejenigen, welche das alte Vaterhaus für nicht mehr bewohnbar halten, werden bei der Übersiedlung in das mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattete neue Heim der »universalen Geistesreligion« den historischen Urväter-Hausrat, das Reügionsgesetz, wohl kaum mitnehmen wollen. Wie immer man sich aber auch zu einem Kompromiß zwischen Philosophie und Religion stellen mag, es ist zu wünschen, daß Zieglers Versuch sowohl innerhalb als auch außerhalb des Judentums die gebührende Beachtung finde. Er kann und soll nach Euckens Worten aufklärend und berichtigend wirken: »Außerhalb für die, welche das Judentum trotz seines großen sittlichen Ernstes und seines inmitten tausendjähriger schwerer Bedrückungen tapfer aufrecht erhaltenen freudigen Lebensmutes glauben, geringschätzig behandeln zu dürfen, innerhalb des Judentums aber namentlich für jüngere Geister, welche von den überkommenen Formen nicht den Weg zu einer vertieften Überzeugung finden und daher nicht nur mit jenen, sondern mit aller und jeder Religion zerfallen, zugleich aber sich einer krassen Verneinting ergeben, welche die eigene Seele ins Leere führt und das Wirken mehr zerstören als aufbauen läßt«. Prag J. P 0 Llak. Berichtigungen. In meinem Aufsatz »über die Mttgliederzahl der Gerichtshöfe zur Zeit des zweiten Tempels« ist folgendes zu berichtigen: 1. Den Vorschlag, in der Jeruschalmi-Stelle בגי statt בכ״ג (oben S. 28) zu lesen, macht bereits Z. Frankel in seinem מבוא הירושלמי fol. 24 a. 2. Auf S. 31, Zeile 19 v. o. muß es A. (statt N.) Krochmal heißen. A, 1. Karl in.