Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 241 (sequence 1)
- Language
- German
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Rothstein, D. J, W. »Juden und Samaritaner«. Die grundlegende Scheidung von Judentum und Heidentum. Leipzig, Hinrich’sche Buch- Handlung 1908, 82 S. Im dritten Heft der von Rudolf Kittel herausgegebenen »Beiträge zur Wissenschaft vom alten Testament« gibt Rothstein eine originelle und religionsgeschichtlich bedeutsame Deutung von Haggai II, 10—14. _Er weist auf die Schwierigkeiten hin, die der üblichen Auffassung dieser Sätze entgegenstehen. Während die vorhergehenden und nachfolgenden Sätze Verheißungen des göttlichen Segens für das zum Bewußtsein seiner religiösen Pflicht erwachte Volk enthalten, sprechen 10-14in geringschätzigem Tone von »diesem Volk da und dieser Nation ,כן ד,עם הזד, רכן דגלי ד,זד« und bezeichnen »all ihr Tun und die Opfer, die sie darbringen,« als unrein. Eine so schroff ablehnende Beurteilung Israels ist, zumal in dem gegebenen Zusammenhang, vollkommen unverständlich, Rothstein bringt diese Sätze daher mit Esra 4, 1—5 in Verbindung und bezieht sie auf die Samaritaner. Demnach hatte der Prophet Haggai wesentlich mit dazu bei getragen, daß die Samaritaner von der Arbeit am Tempel ausgeschlossen wurden. So wird die Frage, die er den Priestern vorlegt, verständlich, die Samaritaner können durch die Berührung mit Israel und seinem Qottesdienst nicht geheiligt, dagegen die Israeliten nur »unrein« werden. Hier läge also der Ursprung der auf den Ausschluß alles Heidnischen gerichteten Bestrebungen. Bei aller Vorsicht, mit der die Abweisung der Samaritaner begründet wurde, war dennoch damit zu rechnen, daß die Zurückgewiesenen den ihnen angetanen Schimpf rächen und den Führer der Israeliten bei der persischen Regierung verdächtigen würden. Am meisten war Serubbabel bedroht, darum spricht der Prophet an demselben Tage zum zweiten Male den Serubbabel persönlich betreffende und beruhigende Worte. Die zwischen diesen beiden Reden stehenden Sätze 15—19 befinden sich nach Rothsteins Ansicht nicht an ihrer ursprünglichen Stelle, sondern gehören zu Kap. I, 15. In II, 18 müßte dann an Stelle des Wortes לתשיעי gelesen werden בששי, und es ergäbe sich, daß die Grundsteinlegung beim Bau des II. Tempels am 24. Tage des VI. Monats stattgefunden hat. Monatsschrift, 57. Jahrgang. 16