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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 239

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1913-01-01
Page
Seite 239 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 239 naiv und schlicht berichtet, die vom Standpunkt der späteren Zeit der religiösen Gesetzgebung den gefeierten Heroen der nationalen Vorzeit gerade nicht zum Ruhme gereichen und die ja noch heute für die Exegese wie für die Apologetik eine harte crux bilden. Man denke an Abrahams und Saras Aufenthalt in Mizrajim, an Rebekkas Verhalten Esau und Jakob gegenüber, an die Geschichte der Tamar u. a. Fragt sich nur weiter, ob der zeitgeschichtliche Hintergrund der Patriarchenerzählungen jenem Bilde entspricht, welches die außerbiblischen Urkunden von jener Zeit der vorderasiatischen Geschichte zeichnen, in der die Patriarchen gelebt haben. Und diese Frage kann jetzt schon entschieden bejaht werden. Ein klassischer Beleg hiefür ist namentlich der Bericht in Gen. c. XIV., der durch die Keilinschriften bestätigt wird. Was wurde nicht alles über diesen nüchternsachlichen Kriegsbericht von sonst gewiegten Gelehrten, sagen wir es rund heraus, — fabuliert. Selbst Nöldeke, Kuenen, Wellhausen und Stade halten dieses Kapitel für das jüngste Stück der Genesis (aus dem 6. Jahrh.), ganz zu schweigen von Duhm, der die Verse 18—21 wegen Malki-Zedek, König von Salem, Priester des höchsten Gottes, der Vereinigung von König- und Priestertum wie bei den Makkabäerfürsten, in die Makkabäerzeit (!) verlegt. Selbst kritische Forscher wie Winkler, Homrnel, Sellin u. a. geben die Historizität des Berichtes in Gen. c. XIV. zu. Dafür sprechen gewichtige Momente, die Nikel S. 26 anlührt: die alten Orts- und Stammesnamen werden durch Hinzufügung der jüngeren Namen erklärt (Bela Zoar, Tal Siddim Salzmeer u. a.); der Bericht kennt die Vorbewohner des Ostjordanlandes (Refaim, Susim, Ernim), er weiß, daß um 2000 a. Chr. die Elamiter nicht nur Babylon unterworfen, sondern ihre Herrschaft auch bis Palästina ausgedehnt hatten, was erst seit Kurzem aus altbabylonischen Urkunden bekannt ist. Auch die Namen Kedorlaomer, Arjoch, Tidal, Amraphel kommen in babylonischen Urkunden aus der Zeit um 2000 ante vor. Amraphel Hammurapi; Kedorlaomer ist ein gut elamitischer Name; Arjoch altbabyl. Eriaku, der Name eines Königs von Larse-Elleasar. Woher, wenn nicht aus uralten Traditionen, die in jener Zeit entstanden, sollte die Bibel jene Namen und die Kenntnis jener Reiche geschöpft haben? Selbst das sprachliche Kolorit in c. XIV. weist auf die uralte Zeit hin, z. B. Chanik für Krieger, Salem für Jerusalem (das. 13 וירק in וידק, wie übrigens schon LXX, nach Winkler und Sellin umzuändern, wegen assyr. diku aufbieten, liegt wohl keine Nötigung vor, vergl. Exod. 15, 19. u. a. St.) Der historische Wert der Patriarchenerzählungen ist auch von streng wissenschaftlichem Standpunkt so gut wie gesichert. Von dieser Hochwarte aus kann man nur mit Humor auf die

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