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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. 238

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1913-01-01
Page
238 (sequence 1)
Language
German
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Nike!, Johannes, D as Alte Testament im Lichte der alt• orientalischen Forschungen. IV• Die Patriarchengeschiehte 152 S. Münster i. W. Aschendorffs Verlag 1912. Diese Schrift ist ein Heft der Sammlung: »Biblische Zeitfragen« des genannten Verlags, welche sich die nicht leichte und umso lobenswertere Aufgabe stellt, das gebildete Publikum, welches durch eine marktschreierische Wissenschaft gar oft zu voreilig abschließendem Urteil und zu großtuerischem Halbwissen verleitet wird, mit den schwierigen Problemen und den gesicherten Resultaten der Bibelforschung bekannt zu machen. Nikel wird dieser schwierigen Aufgabe mit großer Sachkenntnis und erlesenem Geschmack gerecht. Klar und gefällig ist seine Darstellung, ruhig und sachlich ist seine Kritik der besonders auf diesem Gebiete überaus vagen Hypothesen, genau jedes pro und contra abwägend ist sein Urteil und — last not least — unaufdringlich ist sein theologisches Credo. Vor allem gibt der Verfasser auf S. 3—10 eine kurze Paraphrase der Patriarchengeschichte, um sodann die Probleme, die sich daran knüpfen, klar und scharf zu formulieren. Sind die Patriarchen historische Personen oder mythische Heroen oder Typen von isr. Stämmen? Nikel bejaht die erste Frage und verneint die anderen — und dies mit wissenschaftlichen Gründen. Den Einwand der Literar- Jkritik gegen die Historizität der Patriarchenerzählungen, daß zwischen dem Leben der Patriarchen und der Niederschrift der Patriarchengeschichten Jahrhunderte liegen, widerlegt Nikel in überzeugend klarer Weise. In den Anfängen der Kultur sei das Gedächtnis, weil noch unverbraucht durch den großen Bildungsballast und infolge der häufigen Übung im mündlichen Tradieren, kräftiger und treuer. Hiezu komme noch das von Geschlecht zu Geschlecht größer gewordene national-politische Interesse an den Patriarchengeschichten. Vielleicht gab es aber auch schon vor Moses schriftliche Fixierungen wichtiger Ereignisse, die sich in der Familie der Patriarchen weiter vererbten. Jedenfalls ist die Zeit der Patriarchen, die man früher für eine rein mythische hielt, durch die Denkmäler der altbabylonischen Periode ins historische Licht gerückt. Für die Historizität der Patriarchengeschichten spricht auch a priori der gewichtige Umstand, daß die Bibel so manche Züge aus dem Leben und Charakter der Patriarchen

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