Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 229

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Die Judengesetzgebung Friedrich Wilhelms II.
Date
1913-01-01
Page
Seite 229 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829851-2829854-2892040--40339-2892162
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Judengesetzgebung Friedrich Wilhelms II. 229 das demütige Begleitschreiben, welches die Deputierten mit ihren Darlegungen am 9. März 1790 an den König richteten. Fürs erste sah es so aus, als hätte wirklich in diesem Zeitpunkt, der ihr Schicksal auf ewig entscheiden sollte, Friedrich Wilhelm seine Vaterhand ihnen entzogen, als kümmere es ihn nicht, daß sie in den Stand gesetzt würden, durch die treueste Pflichterfüllung mit den anderen Untertanen zu wetteifern1). Die Judensache wanderte zu den Bergen unerledigter Eingänge, die sich in seinem Kabinett sammelten2 *). Sie erfuhr vorerst das Schicksal, das dem Kriterium seiner Regierung entsprach, Plan- und Ziellosigkeit mit ihren jähen Übergängen von vielversprechenden Anfängen zu verstimmendem Rückschritt8). IV. Fast in dem nämlichen Zeitpunkt, da für die Oesamtheit der altpreußischen Provinzen die Judenreform definitiv zu scheitern drohte, wurde sie für eine einzelne Provinz glücklich unter Dach und Fach gebracht. Sie betraf die Juden Schlesiens, das noch immer eine Sonderstellung einnahm, vom Generaldirektorium losgelöst und unter einem dirigierenden Minister direkt dem Throne unterstellt war. Das Amt des schlesischen Provinzialministers bekleidete zur Zeit ein Mann, wie sich ihn die Juden nicht geeigneter und entgegenkommender wünschen konnten, der feingebildete, tolerante Graf Hoym, ein Verehrer Mendelssohns, mit dessen Ideen und Schülern wohl bekannt und demzufolge über die Verhältnisse seiner Glaubensgenossen ausgezeichnet orientiert4 * * *). Der Beamtenstab, mit 1J Geiger II, S. 167. ־) Prutz, S. 251. י) Das. S. 255 f. *) Freudenthal S. 47 f., M. Brann, Geschichte des Landrabbinats in Schlesien (Jubelschrift zum 70. Geburtstage des Prof. Dr. H. Graetz Breslau 1887), S. 258; vgl. allgemein über ihn Philippson II, S. 137 f., A. D. B. XIII, S. 219 ff. und Job. Ziekursch, Beiträge zur Charak-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.