Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau und seine Zeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 13)
- Language
- German
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208 Jakob Polak, der Baal Chillukini in Krakau, und seine Zeit. Möses Fischei studierte in Padua Medizin und übte die ärztliche Praxis in sehr vornehmen Kreisen der Judenstadt aus. Er war aber auch Hausarzt des Erzbischofs von Posen, Peter, und auf seine Befürwortung befreite ihn der König von allen Königssteuern. Im Jahre 1523 (11. Oktober) erweiterte der König das Dekret auf alle Steuern überhaupt bis auf 3 Fl., die Dr. Mose Fischei an die Judengemeinde zahlen sollte. Der König tat es mit Rücksicht darauf, daß Moses Fischei keine Geschäfte treibe, nur von seiner ärztlichen Praxis lebe — ex solo artis suae exercitio victum sibi quaerit. — Im Jahre 1528 erhöhte der König seine Steuern auf 8 Fl. und befreite den Dr. Fischei von allen anderen Abgaben, mit Rücksicht auf die Verdienste seiner Frau Ester um den Hof der Königin Bona1). Als Ascher Lemel im Jahre 1531 starb, ernannte der König (30. Juli 1532) den Dr. Moses Fischei zum Rabbin er der polnischen Gemeinde am Kazimierz. Moses Fischei erhielt die Verwaltung der Synagoge (Synagogam administrandi), das Recht; seine Glaubensgenossen für religiöse Delikte zu strafen (Judaeos pro ipsorum excessibus et delictis, in eorum ritu et fide commissis, puniendi, corri gendi et castigandi . . . .) Der König befreite den neuen Rabbiner nebst seiner Frau Ester und seiner Mutter Chwalka von allen Steuern8). Als im Jahre 1537. die Steuerrepartition der Judenstadt geordnet wurde und sowohl die böhmische als auch die polnische Gemeinde je 3 Abschätzer wählen sollte, erinnerte der König an die Steuerfreiheit Moses Fischeis3). Bald sollte Dr. Moses Fischei das höchste Amt erlangen, welches einem Juden jener Zeit zugänglich war. Im Jahre 1541 ernannte ihn der König mitsamt dem Rabbiner *) ßersohn: Dyplomataryusz Nr. 480. *) RJA. III, Nr: 147. •) RJA. III, Nr. 145.