Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 153 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine unbekannte Jüdische Sekte. Von Louis Ginzberg־. (Fortsetzung.) IV. »Wir, die Rabbaniten stoßen die Iswaiten nicht zurück, obwohl sie denen, die keine Propheten waren, — Jesus, Mohammed und Abu Isa — die Prophetie zuschreiben, weil sie mit uns in Bezug auf den Festkalender übereinstimmen«1). Diese Wortedes Palästinensers Jacob ben Ephraim sind nicht allein charakteristisch für das Verhalten der Synagoge gegenüber den Unter- und Nebenströmungen derselben am Ende des ersten christlichen Jahrtausends, sondern sie haben ihre Giltigkeit auch für die vielen früheren Jahrhunderte, während welcher die Synagoge mit verschiedenen Richtungen zu rechnen hatte. Nicht Dogmatisches sondern Gesetzliches war es, das im Judentum dauernde Spaltungen hervorzubringen im Stande war. Nicht theologische Differenzen waren es, welche im achten Jahrhundert das Schisma des Karäismus schufen, sondern gesetzliche Meinungsverschiedenheiten, und man darf wohl getrost behaupten, daß so lange das Juden-Christentum vom Gros des Volkes in seinem Verhalten zum Gesetze sich nicht unterschied, es als sein normales Glied angesehen wurde trotz seiner eigenen Dogmatik. Für das richtige Verständnis der Kreise, aus denen die uns beschäftigenden Fragmente hervorgingen, ist demnach M Vergl. Harkavy im Nachtrag zur hebräischen Übersetzung von GTaetz, Geschichte 111, 501 und die Monographie Poznanskis: Jacob ben Ephraim, im Gedenkbuche für D. Kaufmann.