Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 144

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Christliche Talmudforschung
Date
1913-01-01
Page
Seite 144 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829851-2829854-2892036--40250-2892077
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

144 Christliche Talmudforschung. 3. »Wehe dem Nichtjuden, der am Paschamahl teilnimmt! Seine Gegenwart wirkt wie ansteckendes Gift!«1). Daß ein Nichtjude am Pessachmahl nicht teilnehmen durfte, ist richtig2). Was soll auch ein Heide bei einer national-religiösen Feier von der Bedeutung des Pessachmahles? Nur verschweigt Beer, daß ebenso ein Nichtchrist zum Abendmahl nicht zugelassen wird. Was aber das »Wehe dem Nichtjuden« betrifft, so kann Beer dafür aus der mehr als tausendjährigen Geschichte des Pessachmahles bloß einen einzigen Fall anführen: »Wie streng man gegen Nichtjuden verfuhr, die sich etwa beim Paschamahl einschmuggelten, lehrt die kleine Pes. 3 b, Z. 9—20 (Ausg. v. Gold Schmidt) mitgeteilte Geschichte: »War da ein Nichtjude, der hinging und Pascha in Jerusalem [׳nit] aß«. Er sagte: »geschrieben [ist]: ,Jeder Fremde darf nicht davon essen‘ (Ex. 12, 43), und ,jeder Unbeschnittene darf nicht davon essen‘ (Ex. 12, 48), ich aber esse vom Schönsten. Rabbi Jehuda ben Bathira sagte zu ihm: ,Was? Geben sie dir (auch) vom Fettschwanz zu essen?' Er sagte zu ihm, nein! Wenn du (wieder) dorthin gehst, sage zu ihnen: Gebt mir vom Fettschwanz zu essen! Als er hingegangen war, sagte er zu ihnen: Gebt mir vom Fettschwanz zu essen! Sie sagten zu ihm: Der Fettschwanz wird dem Höchsten dargebracht! Sie sagten zu ihm: Wer hat dir also gesagt? Er sagte zu ihnen: Rabbi Jehuda ben Bathira. Sie sagten: Was sagt der da? Sie stellten Nachforschungen über ihn an und fanden, daß er ein Nichtjude sei, und sie töteten ihn. Sie schickten zu Rabbi Jehuda ben Bathira (und sagten): Heil sei über dir, Rabbi Jehuda ben Bathira, denn du bist in Nisibis, aber dein Netz ist ausgespannt in Jerusalem.« Der hier genannte Rabbi Jehuda ג) S. 58. *) Ex, 12, 43; Pessachim VIII, 5.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.