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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 6 · p. Seite 744

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 6
Article
Beiträge zur Geschichte der partiellen Judentage in Polen um die Wende des XVII. u. XVIII. Jahrhunderts bis zur Auflösung des jüdischen Parlamentarismus (1764)
Date
1912-01-01
Page
Seite 744 (sequence 9)
Language
German
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?44 Beiträge zur Oschiehte der partiellen Jaden tage in Roten. und Simpelsteuermeister haben will, er söirgt für die Ein- Berufung des großen Kongresses in Jaroslav, auf weichem er sich durch Kommissäre vertreten läßt. Der Woiewbde gestaltet den partiellen Jüdentäg zu einem Schutzorgan vieliiiehr für die Gläubiger der Juden, als für die Juden selbst Die Beschlüsse der Judentage verlieren die Großzügigkeit, den weiten Blick und die originelle Initiative, die sie einst in das Leben der polnischen Judenschaft ausgestrahlt haben (die jüd. Konkursordnung aus der ersten Hälfte des XVli. Jahrh.! dte Gesetzgebung zur Bekämpfung der jüd. Prunksucht! Die Schulgesetzgebung! u. s. w.). Sie tragen das Gepräge des Leidens und der Unterwürfigkeit, sie sind kleinlich und auf den Moment berechnet. Den springenden Punkt der Verhandlungen bildet die Steuer- und Schuldenfrage. Man ringt ohnmächtig die Hände; die Kassen der Provinzialverbände sind• fast leer teils infolge der Steuerüberbürdung, teils infolge des unwürdigen Treibens der Judenvorsteher; andererseits wieder drängen mit wachsender Gereiztheit die Gläubiger, der mächtige Jesuitenorden, die Dominikaner und schließlich der Adel Die Kommissäre des Woiewoden greifen ein. Man duckt sich, man klügelt neue Sparsysteme aus. Es hilft wenig, Bis endlich die Regierung mitsamt der Gläubigerschaft der Juden die Geduld verlieren und zur Einsicht gelangen, daß die Judentage außer Stande sind, dem Obel abzuhelfen. Der bekannte Beschluß des polnischen Reichstages vom Jahre 1746, weicher das Institut der Judentage auflöste, war — wie mit Recht von M. Schorr1) bemerkt wird — ein Gnadenstoß. Er traf einen bereits in Agonie liegenden Körper. 1j Dr. M. Scborr: Organtzacya Zydöw w Polsce, Lemberg 1898, S. 80.

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