Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 635 (sequence 5)
- Language
- German
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Besprechungen. 635 wohl als eine der ältesten anzusprechen. Wesentlich junger dürfte die bisher unbekannte Gemeinde der Vernaclesier sein. Aber das sind nicht die Juden, die »auf den Boden der durch die neue Heimat bedingte Verhältnisse sich stellten« (S. 112), sondern die in Rom einheimischen, die hauptstädtischen Juden, die sich zum Unterschiede von vielen anderen, die Erinnerung an ihre Heimat festhaltenden gewissermaßen als autochthone Römer fühlten. Sechs jüdischen Gemeinden in Rom gehören die Toten der Monteverdekatakombe an, den Augustesiern, Agrippesiern, Calcaresiern, Hebräern, Volumnesiern und Vernaclesiern. Angehörige dieser Gemeinden scheinen in anderen Katakomben nicht beigesetzt zu sein, mit Ausnahme der Katakombe in Porto. Auch die früher bekannt gewordenen Inschriften für Angehörige dieser Gemeinden sind auf dem rechten Tiberufer gefunden worden, vielleicht aus unserer Kata« kombe verschleppt. Müllers Vermutung, daß diese sechs Synagogen im Trastevere oder doch in seiner nächsten Nähe lagen, dürfte daher zutreffend sein. Auch unsere Kenntnis der Gsmeindeverfassung erfährt durch die Monteverdekatakombe manche Ergänzung und Berichtigung. Wir erfahren, daß das Amt des Gerusiarchen ein Amt innerhalb einer bestimmten Gemeinde gewesen ist. Das Gleiche gilt von dem 5 daneben bezeichnet YpajjL^ocTsta, wie Müller mit Recht feststelit, mehrfach eine nichtbeamtete Person. Neu erscheint der s^ap'^cov, d. i. der gewesene Archont, und der archon alti ordinis. Die Deutung dieses Titels muß der Zukunft Vorbehalten bleiben. Daß Aroniden das Arcbontenamt bekleiden konnten, ist nicht auffällig, die beiden Brüder (S. 115) dürften vermutlich nicht gleichzeitig Archonten gewesen sein. Von Einzelheiten sei nur Weniges bemerkt. S. 8 ist die Ab- Setzung des Archelaus durch Druck- oder Schreibfehler auf 6 vor Ckr. angegeben. S. 9 f. Akiba, Josua b. Chananja, Eleasar b. Asarja, Mathia b. Cheresch führten nicht den Titel Rabb an, sondern Rabb i. Was Müller veranlaßt hat, »Akiba der Jüngere« zu schreiben, ist mir unverständlich; jedenfalls ist es falsch. S. 77. Die Getreidegarbe und die richtig zitierte Stelle Lev. 23!* bezieht sich nicht auf das Wochen-, sondern auf das Peßachfest. (S. 131). Das A in ’looasto; ist sicherlich ebenso wie auf der bereits von Garrucci veröffentlichten Inschrift nicht dialektische Eigentümlichkeit, sondern Steinmetzfehler. Das Gleiche gilt von ap^urovY^Y^ (§• 140) und von <yuvY<*>Y?l (S. 142). n letzterem Worte möche nicht die lateinische Genitiv״