Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Müller, Nikolaus, Die jüdisehe Katakombe am Menfeverde zu Rom, der älteste bisher bekannt gewordene jüdische Friedhof des Abendlands. Mit 12 Abbildungen, (Schriften, heiausgeg. von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums). Leipzig, Gustav Fock, 1912. (142 Seiten) 8°. Den zahlreichen inschriftlichen, urkundlichen und literarischen Funden, die in den letzten zwei Jahrzehnten unsere Kenntnis des Judentums im Altertum wesentlich erweitert und die geschichtliche Auffassung zum Teil von Grund aus verändert haben, reiht sich die Auffindung der jüdischen Katakombe am Monteverde in Rom an. Prof. Nikolaus Müller in Berlin, dem bereits die Entdeckung und Durchforschung einer jüdischen Katakombe in Rom zu verdanken ist, hat diese älteste jüdische Begräbnisstätte durchforscht und bietet in dem vorliegenden Buche die Ergebnisse seiner mühevollen Arbeit dar. Die Auffindung der Monteverdekratakombe kann mit mancher Entdeckung von grundstürzender Bedeutung nicht auf eine Stufe gestellt werden. Aber die Geschichte der Juden in Rom verdient ganz besonderes Interesse, und da uns von allem, was die Juden im alten Rom an Bauten geschaffen haben, nur Begräbnisstätten der Toten erhalten sind, ist die Entdeckung neuen inschriftlichen Materials von außerordentlich hohem Werte. Schon 1879 hat Schürer auf Grund des damals zugänglichen Inschriftenmaterials die Gemeindeverfassung der Juden im alten Rom dargestellt. Beriiner hat in seiner Geschichte der Juden in Rom das Material teilweise auch nach anderer Richtung benutzt. Ich selbst habe in meiner gemeinsam mit Rieger verfaßten Geschichte der Juden in Rom die Funde in den Katakomben ausgiebig verwertet. Bisher waren vier jüdische Cömeterien in Rom selbst und ein fünftes in Porto bekannt. Das zuerst ~ bereits 1602—von Bosio entdeckte, aber wegen des gefahrdrohenden Zustandes nur flüchtig betretene Cömeterium am Monteverde an der Porta Portese imTrastevere ist seit dem 18. Jahrhundert unauffindbar geblieben. Die Wiederauffindung dieser Katakombe kommt daher einer Neuentdeckung gleich, um so mehr, da sich herausstellt, daß Bosios kurzer Bericht voller Fehler ist.