Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Geschichte der partiellen Judentage in Polen um die Wende des XVII. u. XVIII. Jahrhunderts bis zur Auflösung des jüdischen Parlamentarismus (1764)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 605 (sequence 4)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte der partiellen Judentage in Polen. 605 Es sei zum Schluß hervorgehoben, daß zur Kompetenz der part. Judentage noch die Festsetzung der von den besoldeten Beamten des Provinzialverbandes bezogenen Gehälter gehörte1). ad c) Der partielle Judentag im Verhältnis zum allgemeinen Judentag. (Organisationstechnik.) 1. Bestimmungen der partiellen Judentage betreffend die zum allgemeinen Judentag zu entsendenden Delegierten: Gegen Ausgang des XVII. Jahrhunderts traten die allgemeinen Judentage nicht mehr, wie früher, jährlich oder gar zweimal im Jahre zusammen, sondern von 2 zu 2 Jahren (späterhin von 3 zu 3 Jahren). Die Einberufung des allgemeinen Judentages war zum großen Teil davon abhängig, ob der polnische Reichstag, der unter anderen die Judensteuer zu beschließen hatte, zustande kam oder nicht. So sollte beispielsweise im Jahre 1694 der allgemeine Judentag zusammentreten, da jedoch »der (polnische) Reichstag, welcher nach Warschau im Dezember 1693 einberufen wurde, und nach dessen Beschlüssen die Juden pro genere contributionis inter se instituendo sich zu richten hätten, nicht zustande kam« — sieht sich der polnische König zufolge eines Bittschreibens des reußischen Judenverbandes veranlaßt, den allgemeinen Judentag zu verschieben, bis der nächste polnische Reichstag seihe Tagung beschlossen haben wird2). Die partiellen Judentage, die unmittelbar vor dem allgemeinen Judentage zusammentraten, hatten zunächst die Frage der zu entsendenden Delegierten zu erledigen. Dem uns vorliegenden Quellenmaterial entnehmen wir folgende 0 Ossolinskische Handschrift, Nr. 303 1. c., Artikel 10. *) Castr. Leop,, Bd. 467, S. 1868—1870.