Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Eine talmudische Studie über Wiederholung des Gebets und Ersatzgebete
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 596 (sequence 16)
- Language
- German
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596 Eine talmudische Studie über Wiederholung 4, 5 und Tamid 5, 1); (vgl. Zunz, Gottesdienstliche Vorträge, 380); auch die vierte und neunte Benediktion ist ihr bekannt; die erstere nennt sie חונן הדעת und die letztere ברבת השנים (Berachot 5, 2). Ja noch mehr. Die Mischnah Rosch ha-Schanah 4, 5 spricht bereits von einem סדר ברכות. Obgleich sie aber eine »feststehende Ordnung« zum mindesten der drei ersten und der drei letzten Segens- Sprüche kennt, hat sie doch keine Bestimmung darüber getroffen, daß derjenige, der diese Ordnung nicht eingehalten hat, nochmals beten muß. Hinsichtlich des Schema bestimmt die Mischnah Berachot 2, 3: הקורא למפרע לא יצא. »Wer das Schema ordnungslos liest, hat seine Pflicht nicht erfüllt«; in gleicher Weise sagt sie Megilla 2, 1: הקורא את המגילה למפרע לא יצא. Warum findet sich eine ähnliche Be- Stimmung nicht in der Mischnah hinsichtlich der Sch’mone Esreh? Sollte das ganz ohne Absicht geschehen sein? Warum schweigt die Mischnah darüber, zumal wenn man bedenkt, daß die Tosefta Berachot 2, 3 (Zuckermandl, S. 3) eine Wiederholung verlangt im Falle der Abweichung von der feststehenden Ordnung, indem sie sagt: הקורא את שמע למפרע לא יצא וכן בהלל וכן בתפלה וכן במגילה. Sollte man aus dem Schweigen der Mischnah nicht den Schluß ziehen dürfen, daß sie eine Wiederholung der Tefillah nicht wünscht, falls die auch von ihr gekannte »Gebetordnung« nicht beachtet wurde? (Schluß folgt.)