Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Siegfried Kapper als Ghettodichter
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 545 (sequence 33)
- Language
- German
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Siegfried Kapper als Ghettodiener. 545 aus dem Munde Ensels, des Dieners Rabbi Cheskels. »Glimmende Kohlen« erzählt derselbe Falk den Kindern Schönzweigs. Wollten wir Kappers Tätigkeit als Ghettodichter abschätzen, so müßten wir sagen, daß er nicht zu den Großen jener Literaturgattung gehört. An Kompert z. B. reicht er beiweitem nicht heran. Der Roman »Falk« verrät eine Eilfertigkeit und Flüchtigkeit, die wir uns aus der reichen, vielleicht zu übereilten Produktion jener Zeit leicht erklären können1), ln Bezug auf die Sprache wäre es erwünscht gewesen, wenn sich Kapper in den Er- Zahlungen gleich Kompert des Jargons, wenn auch nur in diskreter Weise, bedient hätte. Viel wichtiger als der Roman »Falk« sind die uns von Kapper mitgeteilten Ghettosagen. Seine Bedeutung ist also mehr eine ethnographische als eine künstlerische. Wir müssen ihm dafür Dank wissen, daß er, der die serbische Volkspoesie neben Grimm und der Talvj den Deutschen erschlossen hat, auch zur Erhaltung der jüdischen Märchen und eines jüdischen Fastnachtsspieles durch deren schriftliche Fixierung einiges beigetragen hat. נ) Im J, 1853 erschienen von ihm die Romane נ »Herzei und seine Freundet, »Falk«, die südslavischen Dichtungen »Fürst Lazar«, »Gesänge der Serben« und eine ganze Reihe von Abhandlungen über die Südslaven in Poitzens »Deutschem Museum«. Monatsschrift, 56. Jahrgang, 35