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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 4 · p. 501

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1912-01-01
Page
501 (sequence 1)
Language
German
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Ben Jehuda, Thesaurus teilus Hebrait&tis (hebr. Titel: JiVö u. s. w.). Berlin-Schöneberg, Langenschcidtsche Verlagsbuchhandlung. Bis jetzt sind erschiene» Bd. I—III. Ben Jehudas Gesamtwörterbneh der hebräischen Sprache ge- *3ört unstreitig zu den hervorragendsten Erscheinungen unserer Zeit. Was in anderen Kreisen von ganzen Akademien, ja von Verbänden von Akademien geleistet wird (vgl. den großen lateinischen Thesaurus), muß bei der Zerfahrenheit der jüdischen Literatur nicht selten von einem einzigen Menschen zustande gebracht werden. Fast könnte man ausrufen: Glücklich die Literatur, die über solchen Opfermut verfügt! Aber, genau besehen, ist die Sache dennoch za traurig, als daß sie heilverheißend sein könnte. Ein Mensch allein vermag auf keinem Gebiete alles zu sehen, alles zu ergründen; Fehler und Lücken müssen sich unvermeidlich einstellen, -und die Einheitlichkeit artet leicht in Einseitigkeit aus. Mit diesen Worten schon haben wir dem wackeren Verfasser den Tribut unseres Dankes und unserer Bewunderung gezollt, zu• gleich aber unserem leisen Zweifel und Bedenken Ausdruck gegeben. Ein Gesamtwörterbneh der hebräischen Sprache — so grandios der Gedanke, so schwer die Ausführung! Um die biblische Hebraitlt hätte sich schließlich Ben Jehuda sein Werk erleichtern können, da es doch hiefür an Behelfen nicht mangelt, aber wenn wir den Ver« fasser recht verstehen, wollte er, mit der Bibel anfangend und bis zur Neuzeit hinuntergehend, gerade die Kontinuität, die Evolution der hebräischen Sprache aufdecken und vor Augen führen, eine Absicht, die anders gar nicht zu erreichen wäre. Aber in der Art der Ausfüllrung scheint mir der Verfasser dennoch über das Ziel hinaus ge• schossen zu haben. Wozu dann, gerade bei den biblischen Vokabel», die weitläufigen etymologischen und grammatischen Ausführungen? Nicht, als ob der Verfasser nicht auch hier seine eigenen Wege gegangen wäre, nicht, als ob hier neue Erkenntnisse und neue Beobachtungen nicht gewonnen worden wären. Im Gegenteil, Ben Jehudas Bibelforschungen gereichen ihm und dem Werke nur zur Ehre. Aber das wars nicht, was wir in diesem Wörterbuche erwarteten, und riehtiger wars, das noch immer versachläßigte falmudische Sprachgut

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