Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur Geschichte der partiellen Judentage in Polen um die Wende des XVII. u. XVIII. Jahrhunderts bis zur Auflösung des jüdischen Parlamentarismus (1764)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 19)
- Language
- German
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476 Beiträge zur Geschichte der partiellen Judentage in Polen. sondere bestimmt Artikel I der vom Judentag in Stopnica gefaßten Beschlüsse: »Der Kreismarschall... ist gehalten, alljährlich über die Einkünfte und Ausgaben des Verbandes einen redlichen Kalkül aufzustellen und diesen den von den fünf bedeutendsten Gemeinden der Provinz (ausgenommen die Gemeinde, wo der Kreismarschall residiert) bevollmächtigten Rechenmeistern zur Einsichtsnahme zu unterbreiten. Besagte Rechenmeister werden von den Kahalen gewählt und zur Aufstellung (bezw. Revision) des Kalküls ermächtigt. Zu diesem Behufe (Revision des Kalküls) wird auch Hochwohlg. Herr Woiewode von Sendomir seinen Kommissär entsenden, und der Kreismarschall ist gehalten, nach Ausgang des Verwaltungsjahres einen Ort, wo der Kalkül endgiltig aufgestellt werden soll, zu bestimmen, sowie jene Kahale festzusetzen, welche die Rechenmeister zu entsenden haben«. Die Rechenmeister bildeten also eine Kontrollkommission, auf deren Zusammensetzung der Vorsteher des Provinzialverbandes nur insofern Einfluß übte, als er die zur Wahl der Revisoren berechtigten Kahale bestimmte. Daß die Rechenmeister nicht selten ihres Amtes streng gewaltet haben, bezeugt die dem Judentag in Stopnica 1754 unterbreitete Budgetvorlage. Darin sind von den Rechenmeistern einige bedeutende Posten gestrichen worden, als da sind: »der Anspruch (gegen den Provinzialverband) des Kreisältesten Chaskel aus Tarnov im Betrage von 5703 poln. Gulden, die von den Brüdern Haskelewicz aus Opatow beanspruchte Summe von 1860 poln. Gulden, eine angebliche Forderung des Kreisrabbiners Haskelewicz aus Rzeszow im Betrage von 140 poln. Gulden, der angeblich dem Klodziner Rabbiner, Chaskel iun., zukommende Betrag von 2520 poln. Gulden, eine Forderung des Rabbiners aus Nowomiasto, Saul Symchowicz im Betrage von 5326 poln. Gulden, eine vom Kreisältesten Israel Saulewicz aus Pinczow beanspruchte Summe von 4000 poln. Gulden, eine angebliche Forderung