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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 4 · p. Seite 416

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden in der Marienlegende
Date
1912-01-01
Page
Seite 416 (sequence 32)
Language
German
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416 Die Jaden in der Marienlegende. Das heilige, durch Gottes Macht in Christi Leib transsubstantiierte Himmelsbrot ist die währe Hilfe und geistliehe Speise der Christenheit, ihre Hoffnung beim Sterben. Wie lange soll man es vertragen, daß die Juden dieses Sakrament schänden? Wenn ich einen Christen nur auf den Mund schlüge, würde ich sofort gefangen gesetzt und abgestraft. Aber die Juden, diese ständigen Sakraments- Schänder, läßt man ruhig laufen. Was nützt es, wenn man drei von ihnen verbrennt, die das heilige Sakrament durchstochen und entehrt haben, wenn man die andern im Lande ungeschoren läßt, die »im Herzen schuldig dran« sind, »wiewohl sie es sonst nicht haben getan mit der Hand und mit der Tat«! ln Frankreich hat man sie wegen der Sakramentsschändung völlig vertrieben. Es ist eine Schande für die Deutschen, daß sie die Sakramentsschänder nicht ebenfalls völlig aus dem Lande verjagen. Sie dürfen im Lande bleiben und Wucher und Schelmerei treiben. Da man sie aber im Lande lasse und schütze, so sollen sie wenigstens die christlichen Heiligtümer in Ruhe lassen und nicht ihre Kinder lehren, daß die Christen Bilderanbeter seien. Sie haben aber an manchem Ort das Sakrament zerstochen und zerrissen, verbrannt und mit den Zähnen zerrissen und noch ganz andere Schandtaten verübt. Zu Hall, im Hessenland, hat man sie alle verbrannt, und mit Zangen zerrissen, weil ein Jude drei Hostien gestohlen und im Mörser zerstoßen hat, daß helles Blut herausgeflossen ist. Dreißigtausend Mann können diese Tat bezeugen. Sodann hätten sie zu Berlin das heilige Sakrament in Brot verbacken, um der Christen Herrgott zu essen. Sie haben ihn nicht können verdauen und sind kläglich daran erwürgt. Den andern Teil haben sie durchstochen. Und das ist in unsern Tagen geschehen. (Schluß folgt.)

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