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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1912-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen. 6er$on, Adolf, Per C hach am Kohelet als Philosoph und Politiker. Ein Kommentar zum biblischen Buche Kohelet, zugleich eine Studie zur religiösen und politischen Entwicklung des Volkes Israel im Zeitalter Herodes des Großen. Frankfurt a.M. J.Kauffmann 1905, (VII,121 S.)gr.8־. Die Erforschung des Kohelet ist seit Delitzsch, Graetz und Renan nur langsam vorwärts gekommen. Die Interpolationshypothese Siegfrieds, der in seinem 1898 erschienenen Kommentar die 12 Kapitel Kohelets auf eine Reihe von Autoren verteilte, kannnicht als Fortschritt bezeichnet werden. Auch Gersons Versuch, in das Koheleträtsel einzudringen, ist als mißglückt anzusehen. Der Verfasser verliert sich in philosophische Konstruktionen, um die Widersprüche Kohelets zu erklären. Ihm ist »die stetige Aufeinanderfolge von Behauptung und Widerspruch in 4, 4—7, 12 genügsam Zeugnis für Kohelets Bestreben, das Wesen von Gut und Böse methodisch zu entwickeln.« Auf welche seltsamen Irrwege diese Methode Gersons führt, mag ein Beispiel zeigen. S. 29 lesen wir in der systematischen Übersicht: »Familienleben: gut, denn in ihm ist rechte Lebensbetäiigung 9, 9; Arbeiten und Sparen rechtfertigt sich nur, wenn es für die Familie geschieht 4, 7. 8; 5,13; 11,2; in der Familie hilft einer dem andern 4,9—12; böse, den es gibt verderbliche Weiber 7,26, alle Weiber sind intrigant und wenig wahrhaft 7,29, ein törichter Sohn kann des Vaters Werk zu Grunde richten 2, 18-21; 5, 12. 13.« Nun steht aber an den meisten der angeführten Beweisstellen nichts von dem, was der Verf. hineinliest. 9, 9 preist den Genuß des Lebens mit einem geliebten Weibe, weiter nichts, 5,13 erzählt nur, daß durch einen Unglücksfall alles verloren gehen kann und daß dann der Sohn des Besitzers auch leer ausgeht. Ist das die Rechtfertigung von »Arbeiten und Sparen, wenn es für die Familie geschieht?« 4, 9—.12 ist mehr ein Lob der Freundschaft als der Familie. Und chließlich soll der eben zitierte Vers 5, 13 noch das Verschulden eines törichten Sohnes enthalten! Im Text steht nichts davon. Ähnlich geht es mit vielen dieser Gegenüberstellungen Gersons, die den Gedankengang noch viel komplizierter machen, als er ist. Gerson setzt Kohelet in die Zeit des Herodes. Der Gedanke ist nicht neu, Graetz hat ihn mit großem Aufwand an Scharfsinn und noch größerer Willkür verfochten. Ohne Willkür geht es auch bei Gerson nicht. Gerson setzt die Abfassung des Buches einige Jahrzehnte früher an als

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