Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkel-Spira
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 3)
- Language
- German
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336 Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkel-Spira. meinen gewandt auszudrüeken. Die Schrift ist frei von Fehlern und überflüssigen Schnörkeln, verrät aber trotz der Sorgfalt, mit der die Buchstaben in zierlich״schönen Zügen recht sauber geformt sind, eine geübte Hand. Das Original dieses drei Stammbriefe enthaltenden Manuskripts war einst im Besitze Wolf Fränkels, eines Sohnes von Simon (52) b. Wolf Fränkels Spira, der als Primator der Prager Judengemeinde am 9. Januar 1745 starb1 2 * * * * 7). Wolf Fränkels Schwester, Ritschel (57), heiratete nach dem Tode ihres ersten Gatten, R. Baruch Spitz, den gleichfalls verwitweten, durch hervorragende Gelehrsamkeit und gabenfreudigen Wohltätigkeitssinn ausgezeichneten Rabbi Meier Fischei BunzeP), der in gefahrvollen Zeiten der Gemeinde x) Vgl. Braun, Monatsschr. 1902, S. 469. Die hinter den Namen eingeklammertnn Ziffern weisen auf Brauns Verzeichnis MS. 1901, S. 206 ff. hin. 2) Sein Vater war Ephraim Fischei, Sohn des ausgezeichneten Meier Bums Margolioth aus Jungbunzlau, Nachkomme des R. Liwa b. Bezalel (hohen R. Lob) und starb 1754 (Gal״Ed 108, Hock 33 b). R. Meier Fischei war ein Schüler des berühmten R. Samuel Krakauer (Krakower), der ein Sohn des frommen Mendel Joss aus Krakau war und zu Füßen des Gaon R. Abraham Broda saß (vgl. Hock 326 b n.). In Jehuda Glogau’s ,קול יל״לדד werden an ungefähr neun Stellen (S. 4, 7 ff., 22, 23 ff.) Krakauer^ Erklärungen einzelner Talmudstellen angeführt. Er lehrte am großen Beth ha-Midrasch, erblindete später und starb in jungen Jahren 1721; R. Jonathan Eibenschütz soll auch einer seiner Schüler gewesen sein (Gal-Ed 45). R. Meier F. war in erster Ehe mit Jittel, der Tochter des auf dem Wege nach Palästina in Sidon 1747 verstorbenen Rabbi Moses Günzburg, verheiratet. Bei dem großen Brande am 16. Mai 1754, durch welchen der größte Teil der Prager Judenstadt in Asche gelegt wurde (darunter 8 Synagogen), verbrannten auch die von ihm verfaßten Werke (Gal-Ed 114). Bekannt ist seine unerschütterliche Wahrheitsliebe und die Unerschrockenheit, mit welcher er sogar dem damaligen Oberrabbiner Jecheskel Landau gegenüber seinen Standpunkt (z. B. in der Bewertung Jonathan Eibenschützens) vertrat. Welche unbestrittene Autorität er als Vorsitzender des Prager rabbinischen Gerichts besaß, geht schon daraus hervor, daß R. Jech. Landau eine an ihn betreffs ,בכור בהמד gerichtete Anfrage erst nach eingehender Beratung mit R. Meier