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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 284

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Die Juden in der Marienlegende
Date
1912-01-01
Page
Seite 284 (sequence 28)
Language
German
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284 Die Juden in der Marienlegende. zurückgeführt wird, so ist es nur folgerichtig, daß vor allem von den Juden selbst diese Schandtaten erzählt werden. Gumppenberg1) berichtet über ein wundertätiges Marienbild auf dem der Stadt Trient östlich vorgelagerten Berge. Die Anziehungskraft des Wunderbildes wurde bedeutend durch die ihm beigebrachten Wunden und Mißhandlungen erhöht, zu deren Beibringung es eines Juden bedurfte8). Der sonst so gläubige Gumppenberg, dem alle Wunden und Wundertaten, vor allem auch alle Schändlichkeiten der Juden3) Wirklichkeit haben, hat einigen Zweifel, daß ein Jude die vier Wunden der Maria über der Stirn, am Schleier, wo er den Hals bedeckt, über dem linken Auge und am Kinn, sowie eine dem Jesusknaben über dem linken Auge beigebracht hat. »Denn wenn sorgfältiger untersucht worden wäre, hätte man vielleicht einen christlichen Spieler entdeckt, besonders da kaum ein oder zwei Juden und zwar seit langer Zeit in Trient gesehen wären«. Man half sich damit, daß man annahm, daß ein böser Geist, den Juden, »dessen es notwendigerweise bedurfte«, aus dem benachbarten Pergernschen Lande herbeiführte, der dann mit einem Dolche die Verwundungen der jungfräulichen Mutter und ihrem Kinde beibrachte. Der deutsche Maler Christophorus Cestarius hat das Bild mit neuen Farben gestrichen, und Gumppenberg läßt es dahingestellt, ob er die Wunden nicht mit Farben übermalt habe, oder ob sie da nicht haften wollten. Aber der Volksmund läßt sie bei zweimaligem Streichen die Farben abstoßen. Das habe des Malers eigener Sohn eidlich bestätigt. 1) St. Beisse 1 a. a. O. S. 422—424. a) et ad has inferendas opus erat Hebraep (si saspicioni credamus). 9) Gumppenberg a. a. O. im Index >Omnis judaeus est omnium scelerum reus.« (Fortsetzung folgt.)

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