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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 255

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1912-01-01
Page
Seite 255 (sequence 6)
Language
German
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Besprechung. 255 drungen sein. Nach Ovidius wirken Sturmwinde und Flut zusammen, wie abübu der Cyklon ist, und der Regenbogen1) (Iris) beteiligt sich am Kriege der Elemente. Deukalions Menschenschöpfung kommt vielleicht sogar ganz genau so im Gilgameschlied vor, wenn Ungnads Lesung S. 8 v. 85 zu Recht besteht: (»Aruru, den Engidu erschaffend), warf den Lehm aufs Feld.« Wie bei den Semiten wird der Mensch als sl*x.a>v ׳ßsou aus Urstaub2) geformt. Greßmann S. 101—106 zeigt sehr schön, wie Gott anfangs überall als Töpfer vorgestellt wurde, und wie die Entwickelung der Technik ein immer vollendeteres Bild des Schöpfers aufbrachte, bis er im Kunstvolk Griechenlands zum Rivalen eines Phidias geworden. Der Pygmalionmyth und die vielen Lobhymnen auf Kunstwerke bei Herondas, in der Anthologie etc. tun dar, wie unmittelbar sie den Übergang von Kunst In Leben, von Leben in Kunst empfanden. Ein antikes Marmorrelief3) zeigt uns den olympischen Skulptor, von Pallas Athene unterstützt, am Werke: Hier sitz’ ich, forme Menschen Nach meinem Bilde, Ein Geschlecht, das mir gleich sei. Von Hellas aus ist, wie es scheint, der Künstlergott in's mittelalterliche Deutschland gepilgert, wo er allgemeines Gut der Dichterspräche gewesen ist. Wolfram rühmt so Parcivals (III, 123, 13) Jugendglanz: »Do lac diu gotes kunst an im.« Gilgamesch findet das ewige Leben nicht. Enttäuscht und trostlos kehrt er zur Erde zurück. Enttäuscht und wehmütig endet das große Gedicht. Nexuta! Welch grauenhaft perverser Reiz geht von dir aus und treibt die Menschen, sich immer wieder in dein Nichts vorzeitig zu versenken 1 Von Gilgamesch zu Homeros, Virgilius, zur Edda, zu Dante, Straparolas Märchen »Fiaminio Veraldo verläßt Ostia, um den Tod zu suchen« und bis Böcklins »Toteninsel« zieht sich die phantastisch-unheimliche Straße, auf der die Muse der Nswjkx gespenstisch dahinhuscht und mit ihrem Lied wie mit kalter Hand in unser Herz greift. Es ist elementar wie der Tod und in x) Zur Bedeutung des Regenbogens Gunkel, Genesis 3 S. 150, Greßmann S. 219. 2) עפר Hiob 33,6, vgl. das babylon. Fragment Texte I, 25. Der ägypt.: Chnum modelliert Menschen auf der Töpfeischeibe, Texte II, 107. 3; Ein Erschaffen aus dem Blute Marduks, das an die Edda erinnert, Texte I, 3, 21. Für die Griechen: Hephaistos erschafft Pandoren aus Lehm, vgl. Gruppe, Gr. Mythoiog: S. 438. Greßmann 101,

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