Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ludwig Philippson
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ludwig Philippsoü. Eine literar-historische Würdigung zur Hundertjahrfeier seines Geburtstages (28. Dez. 1811). Von Josef Bass. (Schluß.) Die dritte Versammlung fand in Breslau unter Geigers Vorsitz statt und verhandelte in 17 Sitzungen vom 13.—24. Juli 1846. Hauptgegenstand bildetedie Sabbatfrage, damals wie jetzt eine der wichtigsten, da infolge der wachsenden Teilnähme der Juden am modernen Leben die Beobachtung des Sabbats zu verschwinden drohte. Und doch ist er der Kern der jüdischen Religion in ihrer äußeren Ersehe!- nung, mit dem das Judentum steht und fällt. Philippsön stellte daher nur folgerichtig den Antrag auf eine grundsätzliche Erklärung zu Gunsten der vollen Aufrechterhaltung der Sabbatfeier und Sabbatruhe mit drei Ausnahmen: Arbeit ist nur gestattet zu gottesdienstlichen Zwecken, wenn Menschenleben in Gefahr stehen und wenn sie der Staat vom Soldaten und Beamten fordert. Entschieden sprach er sich natürlich gegen die Verlegung auf den Sonntag aus1), hätten doch gerade Christentum und Islam den Sabbat verlegt, um sich ihre Selbständigkeit zu schaffen. (Prot. S. 123 ff.) Er blieb in der Minderheit. Die Mehrheit gewährte noch viele andere Ausnahmen*), obwohl sie J) Auch Stein erklärte (S. 120 d. Prot.) ganz richtig: Wenn wir den Sabbat anf den Sonntag verlegen, begraben wir das Judentum am Freitagabende, um es am Sonntagmorgen als eine andere Religion auferstehen zu lassen. 2) Man vergleiche Jost S. 262 f. Anm.