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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 179

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1912-01-01
Page
Seite 179 (sequence 16)
Language
German
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Kontroversen zwischen Juden und Christen. 179 Herausfordernden, die Rabbinen aber die zu ihrer Ver- ־teidigung Gezwungenen. Freilich gestaltet sich der Kampf mit den Minim ungleich schwieriger und wird weit erbitterter geführt als jener mit disputiersüchtigen Christen. Denn während diese letzteren Moses und die Propheten noch unangetastet ließen, das Gesetz noch heilig hielten, wenn auch die einen und anderen es geistig aufgefaßt wissen wollten; griffen jene das Gesetz selber an, leugneten dessen göttlichen Ursprung und verletzten dadurch aufs tiefste die heiligsten Gefühle der Rabbinen, die sich dann, wie Rabbi Tarphon und Rabbi Ismael, beide gegen Ende des ersten und Anfang des zweiten Jahrhunderts blühend, in Verwünschungen Luft machten. Schon das bloße Forschen über das Gesetz dünkte ihnen ein tempelschänderisches Beginnen. »Tag und Nacht Forschen i m Gesetz« war ihnen ein göttliches Gebot, das sie buchstäblich befolgten. Aber das Gesetz zum Objekt kritischer Untersuchungen zu machen, wie es die Minäer verwegen wagten, das hieß ihnen: das künftige Leben verwirken. Anders geartet war der Streit der Rabbinen mit den Christen. Hier blieb das Gesetz als solches unangefochten; es galt beiden Teilen als unbestrittene Autorität. Beide Teile hatten überdies, im Gegensatz zu den Minäern, den Auferstehungsglauben gemein. Die Frage drehte sich hier hauptsächlich um den Messias, welche Celsus als einen Streit um des Esels Schatten verspottet. Die Christen behaupteten und bemühten sich aus der Schrift zu beweisen, daß der Messias bereits in der Person Jesu erschienen sei. Wurden nun die Rabbinen hierüber in eine Kontroverse mit den Christen verwickelt, so gaben sie, wie leicht nachzuweisen, ihre Meinung ohne Erregung und Animosität ab. Origenes erzählt wiederholt, daß er sich des öfteren mit jüdischen Weisen befragt habe1): einmal über die l) Orig. c. Cels. I, 45, 55. Vgl. das. II, 31 und Epist. ad Africanum 7. a. a. St. ׳12

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