Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Protokoll über die Sitzung des Ausschusses der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 760 (sequence 4)
- Language
- German
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760 Protokolle. Wir bringen dem Namen Ludwig P h i 1 i p p s o n unsere Hui« digung dar und verbinden damit den Wunsch, daß es seinem Sohne noch lange vergönnt sein möge, im Geiste seines Vaters zu wirken, unterstützt von der Hochherzigkeit seines von uns allen hochverehrten Bruders, dem unsere Gesellschaft ja zu besonderem Danke verpflichtet ist. Darauf erwiderte Prof. Dr. M. Philippson: Keine Kundgebung berühre ihn so nahe, wie die von unserer Gesellschaft ausgehende. Er und die Seinigen seien der Gesellschaft schon vielfach verpflichtet: durch die Veröffentlichung der Biographie seines Vaters von Feiner, durch die für den Abend des heutigen Tages angesetzte Feier, durch die Würdigung der Erstlingsschrift Ludwig Philippsons durch das Ausschußmitglied, den allverehrten Herrn Geheimrat Cohen, und nun wieder durch die von tiefem Empfinden getragenen Worte des Herrn Prof. Guttmann. Es sei für ihn and die Seinen eine Quelle der größten Befriedigung, die historische und kulturelle Stellung des Vaters wieder anerkannt zu sehen. Eine Zeitlang habe es geschienen, als ob das Andenken an ihn und die Erinnerung an seine Bedeutung für die ganze Judenheit, insbesondere aber für Deutschland und die östlichen Juden, zu erlöschen drohe. Zumal in einer Zeit, in der das, was den Ewigkeitswert nicht in sich trage, wie Spreu verfliege, begrüßten daher er und die Seinen mit besonderer Genugtuung die Feier des Centenartages des unvergeßliehen Vaters allerorten. Sie sei ein Zeichen des Idealismus und der dankbaren Gesinnung, von der das edle jüdische Volk beseelt sei, an das Ludwig P h i 1 i p p s o n Zeit seines Lebens immer geglaubt habe. Sodann begrüßt der Vorsitzende die neu in den Ausschuß ein« getretenen Herren Kalischer, Poznahski und Sobernheim und rühmt in ehrenden Worten das Andenken des Ausschußmitgliedes Rabb. Dr. H. Vogelstei n-Stettin; die Versammlung ehrt das Andenken des Toten durch Erheben von den Sitzen, Der Geschäftsbericht wird erstattet. Zu dem gedruckt vorliegenden Jahresbericht wird nachgetragen : Es sind erschienen N. Müller, Die jüdische Katakombe am Monteverde in Rom; J. Feiner, Rabb. Dr. L. P h i I i p p s o n, ein Lebensbild. An der Philippson-Feier in Magdeburg haben als Vertreter der Gesellschaft die Herren Rabb. Prof. Dr. Bloch und Dr. N a t h a n teilgenommen, wobei ihnen die Ludwig־Phiiippson-Gedächtnis>Stiftung zur Verwaltung durch die Gesellschaft übergeben wurde. Der Ausschuß genehmigt die durch den Vorstand bereits erfolgte Annahme der Stiftung und überweist der Synagogengemeinde Magdeburg eine Anzahl Exemplare der Feiner“