Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 743 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829835-2829842-2891131--39216-2891254- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Besprechungen. Salomonski, Martin, Gemüsebau und -Gewächse in Palästina zur Zeit der Mischnah. Berlin, Poppelauer, 1911. 71 S. 8°. M. 2.50. Der Verfasser ist an sein Thema leider mit unzureichender Sachkenntnis und unzulänglicher philologischer Schulung herangetreten, Die Arbeit — nach einigen Bemerkungen Seyholds zu schließen, Tübinger Dissertation •— ist ein bedauerlicher Rückschritt gegen die schönen Monographien Siegmund Fränkerscher Schüler: Krengel, Ricger und Vogelstein. Dr. Salomonski hält Jacob Levy, dessen ungeheure Verdienste um die talmudische Lexikographie auf anderem Gebiete liegen, für eine kompetente Autorität in bezug auf naturhistoriscbe Realien. Neben Levy beruft er sich für Realien gern auf Sammter und auf lexikalische Arbeiten zweiter Hand. Obadja aus Bertinoro und Israel Lipschüiz rangieren ihm neben, manchmal vor Haj Gaon, Maimuni und Aruch. Wer sagen kann: »aus Lauch wurde auch Mehl gemachte (S. 28, N. 7), dem geht die Befugnis ab, über botanische Fragen mitzusprechen. Dabei zeigt die Verwechslung von ,כרישד und ,כרשינד in derselben Frage (S. 28 und S. 49!), daß die richtige philologische Schulung fehlt. קצדן wird S. 9 richtig mit Schwarzkümmel, auf derselben Seite aber dreimal mit D ill wiedergegeben. Daß dem Verfasser botanische Kenntnisse abgehen, zeigt Amalthaea für Althaea, S. 45 und Poriulaca odoracea für oleracea an zwei Stellen: S. 55* 56. S. 26 sagt der Verfasser: »Daß ein in den kranken Schädel eines Tieres eingesetzter Kürbisteil dieses gesund erhalten hätte, kann nicht ernst genommen werden.« Es handelt sich nicht um ein Tier, sondern um einen Menschen. Wie sehr der Verfasser diese Stelle, für die übrigens Toßefta Ohol. LI, 599, 7 auzuführen war, mißverstanden hat und wie unbegründet sein abweisendes Urteil ist, zeigt die Gegen- Überstellung des folgenden Passus aus Preuß* schönem Buche (Bibi.־ talm. Medizin 237): »Die älteren talmudisehen Quellen berichten von einer Trepanation an einem Menschen in En bül, dem man später den Schädeldefekt mit einer getrockneten Kürbisschale deckte, wie heute die Insulaner mit Kokosnußscheiben. Kürbisschalen zur Dekkung von Trepanationsdefekten benutzen auch die serbischen Volks- Chirurgen.« Hiezu ist nur zu bemerken, daß nach dem Wortlaut der.