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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 742

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1911-01-01
Page
Seite 742 (sequence 14)
Language
German
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742 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter auch gegen dessen Meinung, eine maßgebende Stimme für die Festsetzung der Halacha einräumt1). Noch sei betreffs des R. Chuschiel bemerkt, daß derselbe sicher erst 1028 gestorben ist, da Samuel Ibn Nagdela eine Trauerfeier um ihn zuerst in Granada veranstaltet hat, wohin er aber erst im Jahre 1027 gekommen ist2). Nach dieser ausführlichen Darstellung erhellt nun zur Genüge, daß der Bericht über Chuschiel’s Herkunft aus Babylonien, seine Gefangennahme um das Jahr 1^50 und ein durch ihn nach Kairuän erst verpflanztes intensives Talmudstudium jeder Grundlage entbehrt, und darum in das Reich der Legende zu verweisen ist, trotz der Ausführungen von J. Lewy, der, auch nach der Auffindung des von Schechter veröffentlichten Briefes ChuschieFs an Sehemarja, meint, daß die Erzählung der Chronisten nicht ganz aufgegeben zu werden braucht, und an der babylonischen Abstammung der beiden Gelehrten festhält, wobei er den ersteren zum Schüler des letzteren stempelt3). Ins Gewicht fällt aber auch hier das schon oben bei Schemarja berührte argumentum ex silentio in Chuschiel’s Brief, da er bei der ziemlich genauen Schilderung seiner Erlebnisse seitdem Verlassen seiner Heimat sicher seiner etwaigen Gefangennähme Erwähnung getan hätte. *) Vgl. hierüber Weiß a. a. O., S. 239—240. Wir heben noch besonders hervor die Stelle in ChananaeFs Kommentar zu Sukka 37 b, wo er nach Anführung der Überlieferung von Hai Gaon bemerkt: והעמדנו עיקרי דבר .זה מתלמוד ארץ ישראל Ein prägnantes Beispiel für die Bevorzugung des Jeruschalmi findet sich auch im Komm, zu Sabbat 74b, wo er in bezug auf die Bemessung des Zeitmaßes für den Ausdruck לאלתר gegen Babli Gittin27b nach dem Jeruschalmi entscheidet:,.ואעפ״י דגדסינן .«.כיון דאשכחינון מפורש בתלמוד א״רכותיהעבדינן י) Vgl. Magazin V, S. 65 und Brüll a, a. O., S. 180, Harkavy, Biographie des Samuel ha-Nagid (Sichon Larischonim II, 1, S. 9) tt) Im Jahresbericht des Breslauer Jüd.־theol. Seminars 1905, S. 30- 31. (Fortsetzung folgt.)

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