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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. 666

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1911-01-01
Page
666 (sequence 1)
Language
German
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Eine imbekannte JMische Echte. Von LtGUis Ginsberg« I. »Israel wanderte nicht eher ins Exil, als es in vier•־ undzwanzig Sekten zerfiel«. Abgesehen von der Zahl vierundzwanzig, die man wohl als eine haggadisohe Lizenz1) betrachten darf, enthält dieser Ausspruch R. Jachanans8) eine tiefe Wahrheit Der Untergang des jüdischen Staates ist nicht allein der Eroberungspolitik der Römer3) zuzuschraben, sondern auch dem Parteihader und Sektenhaß der Juden, die ihren Staat aus den Fugen hoben, lange bevor ein römischer Soldat den Boden Palästinas betrat. Die Kämpfe zwischen den Pharisäern und Sadduzäern sind die einzigen sicheren Daten in der inneren jüdischen Geschichte während des Jahrhunderts, welches der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 vorausging. Die Gegensätze aber, welche diese Kämpfe heraufbesch woren, sind uns äußerst mangelhaftbekannt.Dierabbinische Tradition sieht im Sadduzäismus nichts anderes als einen Abfall von der wahren Religion, deren Träger die Pharisäer waren. Für den modernen Historiker dagegen ist der Gegensatz zwischen Pharisäern und Sadduzäern der zwischen einer kirchlichen Partei und der weltlichen Macht Da nun der Talmud und Josephus, bisher die einzigen Quellen für unsere Kenntnis des Parteiwesens, pharisäische Tendenzen ver- *) Vgh R. Hai Gaon in * *Aruk s, v. עסר, der schon die Bernerkung macht: ודקא&ר כ״ד בלשון הבאי ונוזבא, vgl. jedoch Responsen, ed. Harkavy, 281. Ä) jer. Sanhedr, IX, 29c. *) R. jochanan spricht zwar von dem ersten Exil, aber für Kenner der Haggada bedarf es keiner Beweise, daß die Haggada in ihrer Darstellung des zweiten Exils biblisches Material verwendet.

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