Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die neuen Papyrusfunde in Elephantine
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 649 (sequence 9)
- Language
- German
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Die neuen Papyrusfunde in Elephantine. 649 tiven, da diese Juden, wie wir später sehen werden, außer dem Gott ihrer Väter nur noch semitische Götter, die sie aus ihrer palästinensischen Heimat mitgebracht haben (Jerethia 44, 16—21) verehrt haben; sondern weil sie einen Rechtsstreit mit einem Ägypter vor einem ägyptischen Gericht führten, in welchem Falle im Altertum sonderbarerweise der Eid beim Verehrungsobjekte des Klägers geleistet zu werden pflegt. Vgl. Babli Sanhedrin 63 b יאסור 'לאדם שיעשה שותפות עם הנכרי וכד. (Vgl. ferner: Jesaj; 19,' 181־ und Jeremia 44, 26. אופר הי ד׳). Die amtliche Verwaltungssprache in den oberägyptischen Kolonien war die aramäische, und zwar nicht nur unter der jüdischen Bevölkerung, sondern allgemein. War ja das Aramäische in jenen Jahrhunderten die offizielle Reichssprache der Perserherrschaft, wie es damals überhaupt eine aramäische Weltkultur gegeben hat. Der biblische Bericht (Esra 4, 7), wonach nichtjüdische Behörden mit der persischen Reichsregierung in aramäischer Schrift und Sprache korrespondiert haben נתב ארמית ומתורגם ארמית, dürfte jetzt von der Kritik weniger belächelt werden. Das Haupt der elephantinischen Judengemeinde bildet der in diesen Inschriften oft genannte ימיה בר גמריה, der Vater des vornehmsten assuanischen Juden מחסיה בר ידניה, — dem wir das dort gefundene Familienärchiv verdanken, — und Großvater der מנטחיה., der interessantesten Person der assuanischen Urkunden1). Wie alle amtlichen Schriftstücke, die an die elephantinische Gemeinde gerichtet sind, an seine Adresse gehen, (אל oder אל ׳ימיה וכנותה חילא יהודיא מראי ימיה וכהניא זי ביב »An Jedonjahund seine Genossen, das judäische Heer« oder »An meinen Herrn Jedonjah und die Priester in Jeb«), so trägt auch jedes offizielle Schreiben 1).Das Fragment auf Tafel 35 ברתך למלקהה לאנתו אנתן לסהסיה »deine Tochter, sie zu nehmen zur Ehe gestatte ich dem Mehasjah«, wird wohl der Rest eines Briefes Jedorijahs betreffs der Verlobung seines genannten Sohnes sein.