Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 503 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. KünsiHnger, Dr. David, Altjüdische Bibeldeutung. Berlin, M. Poppelauer, 1911, 36 SS. Groß-4°. Der Verfasser versteht unter altjüdischer Bibeldeutung »die allegorische, wie sie sich häufig in der talmudischen Literatur und ganz besonders (?) in den Petihöt, findet«. Zum »Ausgangspunkte der Untersuchung« dient ihm* die erste Piska der Pesikta de Rab Kahana, welcher der größte Teil der Arbeit (3. 11—35) gewidmet ist, In etwas lapidaren Sätzen bemerkt der Verfasser in der Vorrede: »Folgende Abhandlung bezweckt keinen korrigierten Text und keine besseren Lesarten herzustellen. Sie. will vielmehr vermutungsweise den ursprünglichen Bau, die Morphologie, jener Petihöt eruieren, die, um gemodelt und verunstaltet, jetzt die erste Pesiqtä (1. Pisqa, cf. S. 36) ausmachen.« »Die Arbeit erhebt durchaus keinen Anspruch auf Vollständigkeit.« »Die einschlägige Literatur wird als bekannt vorausgesetzt.« Eine neue Arbeit über die Pethichot könnte nun niemand freudiger als ich begrüßen, der ich in »Zur Composition der agadisehen Homilien« (Monatsschrift 1879) die Proömien In der Pesikta d. R. K. zuerst eingehend behandelt habe. Die Ergebnisse meiner Untersuchung wurden auch in Blochs »Studien zur Aggadah« zusammengestellt; B. unterließ es nicht ausdrücklich hervorzuheben, daß die Pethicha von mir zuerst erkannt und in ihren Merkmalen fixiert worden ist (Monatsschr. 1885, S. 174), obwohl er über das Wesen der Pethichot eine eigene Theorie entwickelt (vgl. das. S. 183 f., S. 216 ff.). In Anlehnung an die von mir gelieferten Nachweise feehandelten die Proömien in Bereschit rabba Lerner in »Anlage und Quellen des B. r.« (1882) und Maybaum in »Die ältesten Phasen in der Entwickelung der jüdischen Predigt« (1901). »Proömien« ist ein geläufiges Wort auch in Bachers großem Agada-Werke; reiches Material findet sich im Art. פתח in B/s Terminologie II, S. 174 ff. — Statt »die einschlägige Literatur« als bekannt vorauszusetzen, oder sie mit einer Zeile abzutun, hätte KünstJinger wenigstens auf die genannten Arbeiten hinweisen sollen, um zu den in ihnen ausgesprochenen Ansichten Stellung zu nehmen; das wäre für die Untersuchung ratsamer gewesen, als zu zitieren llmal das Lisän al Arab, 2mal Gähiz,