Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Lebesnzeit und Heimat des Isaak Or Sarua
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 498 (sequence 21)
- Language
- German
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498 Lebenszeit und Heimat des Isaak Or Sarua. vielleicht durch das Beispiel des Abraham b. Asriel dazu angeregt, in die talmudische Literatur zuerst eingeführt, die sehr bedeutende Zähl von 51 Wörtern1). Es verhält sich also mit den böhmischen Glossen ganz anders als mit den französischen und deutschen, und sie lassen auf enge ße- Ziehungen des Verfassers zu Böhmen schließen. Daß IQS. seinen Kodex für die in slavischen Ländern lebenden Juden geschrieben hätte2), ist nicht anzunehmen, doch hatte er offenbar das klare Bestreben, sein Werk den Talmudjüngern seiner Heimat, denen die in der taimudischen Literatur eingebürgerten französischen Glossen fremd waren, durch böhmische zu erklären. Man darf sogar annehmen, daß er in Böhmen ein Lehrhaus leitete, und daß sich dort bei den Vorträgen das Bedürfnis herausstellte, zum bessern Verständnis seiner slavischen Jünger die böhmische Sprache zu benützen. Daß er in Würzburg lehrte, wissen wir durch Meir aus Rotenburg, der dort von ihm Unterricht empfing. Eine Andeutung, daß er eine Schule leitete, finden wir auch bei seinem Korrespondenten Jesaja b. Mali. Dieser wünscht ihm, daß Gott sein Gebiet mit Schülern bereichern, und er die Lehre in Israel verbreiten möge3). Wenn IOS. eine Schule in Böhmen leitete, so kann das nur nach seiner Rückkehr aus Deutschland und Frankreich geschehen sein. Da die meisten Stellten, in denen er von den Gebräuchen in Kanaan spricht, sich in den Traktaten der Ordnung Moed, besonders im Traktate Sabbat befinden, so darf wohl angenommen werden, daß sein abermaliger Aufenthalt in Böhmen in der Zeit der Abfassung dieses Teiles geschah. Die Ordnung Moed ist aber, wie wir oben gesehen4), vor dem dritten und vierten Teil und wahrscheinlich noch zu Lebzeiten seiner Lehrer Elieser b. Joel ג) Markon, MS. 1905 S, 709 ff. 2) Wellesz S. 710. 3) IQS. I, S. 220 a Nr. 754 Ende, 4) Siehe oben S. 485.