Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Namen der Frankfurter Juden bis zum Jahre 1400
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 449 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829835-2829840-2890836--38904-2890916- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Namen der Frankfurter Juden bis zum Jahre 1400• 449 zu versehen, mit dem er zu den gottesdienstlichen Funktionen in der Synagoge aufgerufen wurde und der sich auch auf den Grabsteinen findet. ln manchen Fällen läßt sich eine Beziehung zwischen dem bürgerlichen und dem kirchlichen Namen nachweisen, sei es, daß diese die hebräische Übersetzung jener sind, wie Hirsch — Zewi, Benedict ־=־ Baruch, Friedei Salomo, oder daß sie mit ihnen der Bedeutung nach verwandt, wie Gottschalk Eljakim, oder dem Klange ähnlich sind, wie Kalman — Kalonymus, Bonam — Benjamin. Bisweilen gehören sie symbolisch zusammen, so Wolf Benjamin, Löwe Jehuda1). Aber in den überwiegenden Fällen herrscht bei der Auswahl der kirchlichen Beinamen »geradezu Willkür«. Wie hängt z. B. Gumprecht mit Mordechai, Süßkind mit Alexander usw. zusammen? Der bürgerliche Name war ausschließlich für das gewohnliche Leben maßgebend, nur ihn kannten die Christen, er allein findet sich in den Urkunden und in den Aufzeichnungen der Behörden. 1. Beschäftigen wir uns zunächst mit den Namen, die sich auf den Grabsteinen des hiesigen israelitischen Friedhofes bis zum Jahre 1400 finden2 * * *). Es sind deren 75, von den darauf befindlichen Namen gehen auf griechischen Ur- Sprung zurück: A. Alexander Fifis (aus Phoebus) (Wenn es nicht vielmehr aus dem lateinischen Vivus8) stammt). >) a. a. O. S. 26. 2) Herausgegeben von Horovitz, Die Inschriften des alten Friedhofes der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. ״) Vgl. die Bemerkungen im סי שפות s. v. יב״ש). Monatsschrift, 55. Jahrgang. 29