Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Namen der Frankfurter Juden bis zum Jahre 1400
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 447 (sequence 1)
- Language
- German
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Bis Kamen der Franfcfarter Indes bis zum Jahre 1400. Von L Kraeauer. Mit Recht hat man von jeher den Eigennamen bei allen Völkern eine hohe Beachtung geschenkt. Denn siesind nicht etwas Zufälliges oder Gleichgiltiges, sondem ein Spiegel der Anschauungen und Vorstellungen, die die einzelnen Völker zu verschiedenen Zeiten beherrscht haben. Daher war überall die Namensgebung als ein wich« tiger Vorg־ang betrachtet und wie bei anderen Völkern auch bei den Juden mit religiöser Weihe umgeben. Die Ideale, die man in sich trug, seine Wünsche und Hoffnungen prägte man in dem Namen aus, den man dem neuen Weltbürger mit auf den Lebensweg gab. Darum bergen die Namen, besonders in der Jugendzeit der Völker, »eine geheime Geschichte, es sind Annalen in Chifferschrift, zu welcher geistige Forschung den Schlüssel gibt«1). Für uns sind die Namen der Juden ein Beweis dafür, daß sie sich nicht ängstlich von der Außenwelt abgeschlossen haben, sondern an dem Kulturleben der Völker, unter denen sie wohnten, mehr oder minder Anteil nahmen;, mit deren Sprache eigneten sie sich auch deren Namen an. So haben sie bereits zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft Namen von den Babyloniern und von den Persern, in deren Mitte sie weilten, entlehnt. Die Herrschaft der Griechen, der Ptolemäer und später der Seleuciden brachte ihnen griechische Namen2) und mit der zunehmenden Ab- ג) S. Namen der Juden, in Zunz’ gesammelten Schriften, Band 2, S . 2. 2) S. bei Zunz a. a. O. ein Verzeichnis solcher von Seite 5 bis; Seife 10.