Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Tefilla für die Festtage
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 426 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Tefiila für die Festtage. Von I. Elfoogen. So verschieden die Bedeutung der jüdischen Feiertage sein mag, die Tefiila an ihnen ist von einer auffallenden Gleichmäßigkeit.'Gegenüber derMannichfaltfgkeit, die wir vom Sabbat her gewöhnt sind, der gleich vier verschiedene Texte besitzt; ist es eine geradezu erhabene Einförmigkeit, der wir hier begegnen. Die drei Gebete für Morgen, Mittag, Abend sind völlig gleichlautend und selbst die scheinbar so gänzlich verschiedene Mußaftefilla hat im Grunde den gleichen Wortlaut, der vermehrt ist um eine durch den ursprünglichen Zweck dieses Gebetes veranlaßte Erweiterung. Auch die beiden so fern voneinander liegenden Festestypen, die geschichtlichen Feste שלש רגלים und die religiösen Feste ימים נוראים, sind geeint durch die Gleichartigkeit Ihres Gebetes; die Tefiila für den Versöhnungstag unterscheidet sich nur ganz wenig von der der Wallfahrtstage, und wenn die für den Neujahrstag auch gänzlich aus dem üblichen Rahmen herauszufallen scheint, der Kern ist doch auch hier derselbe. Es ist die Harmonie der Religion, die hier ausklingt, alle Feste sind geweiht durch die Einheit des gleichen überragenden religiösen Gedankens. Der Ursprung dieser Tefiila führt in ganz alte Zeit. Es ist nicht viel, was wir von ihr wissen, nur Stichworte verraten die Quellen, aber diese sind verhältnismäßig reichhaltig und aus recht früher Epoche. Zur Zeit von Bet Hillel und Bet Schanimai, d. h. am Anfänge unserer Zeitrechnung, steht die Siebenzahl der Gebetstücke (Eülogien) שבע seil.ברכות fest, controvers ist nur die Frage, ob am Sabbat ein besonderes Stück eingefügt werden, oder ob seine Erwähnung