Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Laubhüttenfest Chanukka
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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418 Das Laubhüttenfest Chanukka. allerdings ein gewichtiges Argument gegen unsere Behauptung, daß der Brief von vornherein zum Buche gehöre — aber wohlverstanden nur dann, wenn wir es mit einem Fälscher zu tun hätten, der den Brief selbst verfaßt hätte. Aber der Brief fand sich ja bereits bei Iason und wurde vom Epitomator nur benutzt. Es mag ihm sehr ungelegen gewesen sein, daß der Nikanortag in dem Schreiben nicht erwähnt war, erst dann wäre der Brief eine tadellose Einleitung zu dem beabsichtigtem Werke gewesen, aber auch so ließ er sich zur Not noch verwenden. An eine Fälschung, die doch so leicht gewesen wäre, hat der ehrliche Verfasser nicht gedacht. Er hat die Form, die er nun einmal gewäh lt, streng, man kann sagen: glänzend durchgeführt Der Gedanke selbst, diese Form mit dem Brief als Einleitung zu nehmen, ist nicht schlecht; daß unsere historischen Interessen weiter gehen als der Zweck des Schriftstellers, ist nicht dessen Schuld. Ein Autor schreibt für seine Zeitgenossen und sein Publikum, und der Epitomator konnte nichts dafür, daß Iasons Werk verloren ging. Wir müssen mit dem vorlieb nehmen, was wir von Iasons Schriften noch haben, es war guter historischer Stoff, den er in seinen Quellen vorfand. Eine gerechtere Würdigung seines Werkes, als sie bis vor kurzem üblich war, hat bereits Platz gegriffen. Auch unser Nachweis, daß er hebräische Quellen benutzte, wird hoffentlich in dieser Richtung wirken.