Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 366

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1911-01-01
Page
Seite 366 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829835-2829839-2890683--38813-2890811
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Besprechungen. 366 Landau Alfred und Waahsteio Bernhard, Jüdische Priyatbri&fe aus .;:dem•:• Jahre- .1019., Quellen und Forschungen zur (öestc,h,(chte der Juden in Deutsch-Österreich, herausgegeben von der hißtorischen Kommission der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Band III. Mit 8 Schrifttafeln. Wien und Leipzig, Wilhelm Braumüller, 1911. XLIX u. 133 u. 61 Seiten. »Briefe, die sie1 nicht erreichten«, hat auch die jüdische!Literatur jetztiäüfzuweisen. Wachstem und Landau veröffentlichen 47 Privathriefe, ׳die von den Verschiedensten Einwohnern der Prager Juden- ־gasse äin Ffeltag "Naehniitfag, den 22. November 1619, in jüdischdeutscher Sprache zumeist, geschrieben und ah ihre Verwandten und Bekannten in Wien gerichtet waren. Unterwegsigeriet der;Briefbeutel demiBaten des als Postmeister fungierenden Löb SarelGutman in Verlust. Vermutlich wurden Bote und Beutel von um hei streifender Soldateska abgefangen ־— warfen doch schon die Kriegs wirren des dreißigjährigen Krieges ihre Schatten, auch auf den Inhalt der Briefe selber! Unbekannt, auf welchem Wege,gelangte der Briefstoß in die Wiener Archive, wurde im Staatsarchiv wieder entdeckt, und nunmehr auf Veranlassung der historischen Kommission der israelitischen Kultusgemeinde Wien als dritter Band der Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich zur Veröffentlichung gebracht. Wachstein und Landau, beide allen jüdischen Spezialforschern wohlvertraute und von diesen hochgeschätzte Männer, hatten ursprünglich, jeder für sein eigenes Arbeitsgebiet, die Briefe durchstöbert, entschlossen sich dann aber zu gemeinschaftlicher Herausgabe des ganzen Fundes und bieten eine Edition, die ohne Übertreibung als eine klassische bezeichnet werden darf. Einer glänzenden ausführlichen Einleitung über Geschichte, Form und Inhalt der Briefe folgt deren Text in deutscher Übertragung mit zahlreichen erklärenden, historischen und sprachwissenschaftlichen Anmerkungen, Stammtafel, Personen-, Sach- und Ortsregister, Verzeichnis der Abkürzungen in den Originalen und in der Übertragung, alsdann ein Glossar des altdeutschen Wortgebrauchs und zum Schlüsse der Originaltext in hebräischen Lettern nebst einer Reihe von Lichtdrucken als Textproben und einigen Siegelahdrücken. Die ganze Ausgabe erfreut auch schon äußerlich durch ihre treffliche buchhändlerische Ausstattung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.