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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 362

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1911-01-01
Page
Seite 362 (sequence 5)
Language
German
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362 Besprechungen. ist lief bedauerlich; mindestens ebenso wichtig wie die Frage, ob d^r Gottesdienst: nach, der neuen oder anderen Richtung ungestaltet” werden soll, muß eä erscheinen, ein möglichst geschlossenes Bild aller statistischen Verhältnisse der Juden zu erhalten. Auf Selbsthilfe sind die Juden gewohnt zu bauen, und wenn der Wille nur da ist; wird sich apch ein Weg finden lassen, um derartige Bestrebungen voll und gäiiz durchzuführea. Wie aber eine solche Statistik aufzumachen ist, dafür hat Dr. Segall in seiner Schrift »Die Entwicklung jüdischer Bevölkerung in München von 1875 und 1905« ein glänzendes Muster gegeben. Sega!! beherrscht die Methodik der Statistik in ausgezeichnetem Maße und versteht es, die trockenen Zahlenreihen durch seinen Text zu beleben und klar oline tendenziöse Färbung zu veranschaulichen. Die jüdische Gemeind^' Münchens verdankt ihr starkes Wachstum in den letzten 20Jahreh auch dem Zuzüge vom Lande in die Stadt und der Einwanderühg vom Auslande. In der Zusammensetzung der jüdischen Bevöjkerang selbst hat sich während dieser Zeit eine Veränderung von tiefgreifender Bedeutung vollzogen. Während in den Jahrfünften 1475—1880 und 1880—1885 die ortsgebürtigen und die aus dem sönistigen Bayern stammenden Juden den Kern der Münchener Gemeinde bildeten, begann Ende der 80er Jahre mit dem Wirtschaftliehen Aufschwung Münchens der Zuzug der sonst im Deutschen Reich gebürtigen Juden, namentlich aus Württemberg und Preußen, außerdem setzte noch eine erhebliche Einwanderung von Ausländern ein. Die Folge dieser Umgestaltung der innern Gliederung der jüdisehen Masse ist einerseits starker Maanerüberscbuß, Abnahme der Kinderzähl und Zunahme der höheren Altersklassen, andererseits im Zusamnienhang damit ein starkes Nachlassen in dem natürlichen Wachstum der jüdischen Bevölkerung infolge Sinkens der Gebürten und der Fruchtbarkeitsziffer. Die Sterblichkeitsziffer, vor allem die Sauglingssterblichkeit, ist überaus günstig, was wohl auf den wachsenäeü Wohlstand der Gep1einde1nEtglieder; mit zurückgeführt werden kann; Eine Begieiterscheiming des Großstadtlebens ist der hohe Prozentsatz der .^Mischehen' i»;' München,׳ der dem der anderen deutschen großen Städte gleichkömmt. Wie Segall, hat auch Ruppin in seinem Buche über die Juden in Hessen neben der Entwicklung der jüdischen Bevölkerung im Großen und Gänzen auch die Fragen über die Geburten, Ehe- Schließungen über die Taufen and Mischehen, über die Gliederung der Bevölkerung nach Geschlecht, Alter und Familiens|and, über die Schulbildung und die berufliche Gliederung eingehend erörtert. Ob seiue Schlußfolgerungen und Bemerkungen, die er ein-

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