Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 358 (sequence 1)
- Language
- German
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Dl® Abwanderung der Juden־ aus der Provinz Posen. (Denkschrift im Atiftra^e des Verbandes der deutschen Juden gefertigt von seinem erft«L Schriftführer Just&rät Bernhard Breslauer. Berlin 1909. Druck voti Berthold Levy, Berlin G.) — Die Juden iih ßrossherzogtum Hessen. (Im Aufträge der Großloge für Deutschland U, O. B’nei B’riss, bearbeitet vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin 1909,. Verlag von Louis Lamm) — Die Entwicklung der jiidisohen Bevölkerung in München 1875—1905. (Ein Beitrag zur Kommunalstatistik von Dr. Jacob Segall, herausgegeben vom Verein für die Statistik der Juden, E. V. München 1910. Verlag des Bureaus für Statistik der Juden, Berlin.) Seit den letzten Jahrzehnten, in denen die Industrialisierung Deutschlands von Jahr zu Jahr immer mehr fortschreitet und die Zentralisierung des Handels und Verkehrs in den Großstädten zunimmt, hat die Binnenwanderung einen enormen Umfang angenommen. Aus einer vor kurzem für das Jahr 1909 veröffentlichten Statistik über den Quittungskartenaustausch aller deutschen Versicherungsanstalten ergibt sich, daß für dieses Jahr die Summe der zugewanderten und abgewanderten Personen, bezw. Lohnarbeiter über 16 Jahre sich auf mehr als vier Millionen beläuft, wiewohl die Binnenwanderungen innerhalb des Bezirkes einer Versicherungsanstalt dabei nicht in Erscheinung treten und außerdem die Statistik des Quittungskartenaustausches aus mancherlei Gründen nicht alle Arbeiter erfaßt. Der Wanderungsverlust, die Differenz zwischen Ab- und Zuwanderung von Arbeitern stellt sich am höchsten bei Schlesien mit 101066, bei Ostpreußen mit 75694, bei Posen mit 74323, bei Westpreußen mit 654S0, bei Bayern mit 54380 und Sachsen-Anhalt mit 51591. Die größte Anziehungskraft haben Berlin und Brandenburg gehabt, die einen Wanderangsgewinn von über 115C00 Personen aufweisen, erheblichen Zuzug haben noch die Rheinprovinz, die Hansastädte, Westfalen und Hessen-Nassau zu verzeichnen. Dem Zuge der Zeit sind auch die deutschen Staatsbürger jüdisehen Glaubens gefolgt; meist nicht gebunden durch immobilen Besitz, haben sie ebenso wie die Arbeiter ihren Wohnsitz dorthin verlegt, wo sich ihnen eine bessere Existenzmöglichkeit bot; ihnen