Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Identität der Familien Theomim und Munk
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 1)
- Language
- German
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Notizen. 349* Die Identität der Familien Theomim und Munk haben die Herausgeber der »Jüdischen Privatbriefe aus dem Jahre 1619«, die Herren׳ AJfr. Landau u. Bernhard Wachsfein, durch eine Reihe glücklicher״ Kombinationen1) tadellos festgestellt. Einige handschriftliche Notizen,, die mir vor einiger Zeit bekannt geworden sind, bilden gewißermaßen einen urkundlichen Beleg für diese Feststellung. Sie rühren von der־ Hand des Prof. Eduard Munk her und finden sich in einer hebr. Bibel2), die ihm gehört hat und jetzt das Eigentum seines Schwiegersohnes, des Herrn Eduard Garo in Glogau, ist. Den Auftrag zur Niederschrift gab ohne Zweifel Raphael Löbel Munk, der Vater Eduard * Munks. Jedenfalls fällt durch sie ein ungeahntes Licht auf die Nach״■ kommenschaft Israel Theomims, des ältesten Sohnes des Metzer־ Rabbiners, R. Jona Theomim, über den bisher nur lückenhafte Nach-* richten bekannt geworden sind3). Selbst die Inschrift seines Grabsteines, die seit nahezu 180 Jahren an einer leicht zugänglichen Stelle׳ gedruckt vorliegt, ist, so viel ich sehen kann, unbemerkt geblieben. Epitaphia quoque sua fata habent. Die Notizen aber besagen folgendes: »Als 1813 die Stadt; [nämlich Glogau] belagert Wurde, zerschmetterten und zerstörten die 1) Vgl. Jüd. Privatbriefe S. IX. 4. 51.67, N. 2 u. 88, N. 3 u. unten S. 368. Die Umkehrung der Gleichung ist jedoch, wie bereits Landau ׳ u. Wachstein bemerken, nicht berechtigt. Keineswegs gehören alle Munks zur Familie Theomim. 2) Es ist die Leipziger Ausgabe, die 1756 bei Beruh. Christ. Breitkopf erschienen ist, Die Notizen stehen darin unter der Über— schrift: »Grabschriften unserer Vorfahren« auf dem letzten Blatt hinter dem Verzeichnis der Haftarot. Ich gebe sie in der folgenden Dar- Stellung nach der chronologischen Reihenfolge, in der sie zweifellosin der Urschrift gestanden haben. Prof. Munk hat die beiden Grab— Schriften, die für ihn das wichtigste Stück der Überlieferung waren,,, an die Spitze gestellt. 3) Was wir bisher von ihm wissen, hat zuletzt A. Freimann in der von ihm besorgten neuen Ausgabe des תקע שופד ,D von Jechiskija Josua Feiwel Theomim (Sonderausgabe aus der Festschrift zum 70. Geburtstage Harkavys) S. 2 ff., vgl. Zf HB XIII (1909), S. 66 ־ lf., und zwar, so viel ich weiß, sorgfältig zusammen gestellt.