Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Josef Kohn-Zedek, der letze neuhebräische Publizist der galizischen Haskala
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 13)
- Language
- German
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342 Josef Koiih-Zedek* der letzte neuhebräische « Der *וור תורה& zerfällt in zvirei Teile. Dem reinwisä'en^ schäftlichen ist ein zweiter ausschließlich aktuellen Zeitfragen gewidmeter Teil *יאור ישראל beigegeben, den Josef Kohn-Zedek in Gemeinschaft Yhit seinem Sohne David (geb. 1848), der ihm bereife *seit 1866 erfolgreiche Mithilfe leistete, herausgab. Dile zweite Aufschrift dieses Teiles: .ספד זנרוץ,־ לבני ישראל למשטרת; פועל פעל בימינו, לשבט ולחסד בכל ארצות פזורנו. למען דעת בלל הארץ בי זח משיחנו קוינו ונקוה לו, עוד לא בא. שנת גאולה תהיה לנו זי ורק במראה הקשת בתוך הענן ליהודים אורה, בי ד׳ אפר לשכון בערפל עד עמוד הבחן לאורים ולתומיס ואור לוי בציון" ist in mancher Hinsicht Zionismus vor Pinsker und Herzi. Auch hier behandelt Kohn-Zedek mit Vorliebe das Verhältnis der gälizischen Juden zu den Polen. Im Allgemeinen billigt er das einige Vorgehen von Juden und Polen, beklagt aber bitter die Judenfeindlichkeit der dämaligen polnischen Presse. Charakteristisch ist in dieser Beziehung,der Aufsatz: »Gesetzgeber und Zeitungsschreiber« im 3. Hefte. Josef Kohn reproduziert hier eine merkwürdige Äußerung Kaiser Josephs 11. über das Verhältnis der gälizischen Juden zu den Polen und Ruthenen: Galizien beherbergt Polen, Ruthenen und Juden. Der Pole ist sehr stolz, der Ruthen« sehr unwissend, der Jude sehr scharfsinnig^ deshalb lebt auch einer auf Kosten des anderen. Geht aber einmal den Ruthenen das rechte Licht auf, dann zerbricht der Stolz der Polen, die Juden machen sich frei und werden das Zünglein an der Wage, falls ihnen aus ihrer eigenen Mitte keine Verräter erstehen. Erwähnenswert ist in diesem Aufsatze noch die Erzählung einer Episode aus einer Sitzung des österreichischen Reichsrates in jenem Jahre (1874), deren Helden die jüdischen Abgeordneten Mises und Mendelsburg waren. Der erste klagte über die• Vernachlässigung der deutschen Sprache in den gälizischen Schulen. Darauf Mendefsburg aus Krakau: Sind etwa die Juden verpflichtet Deutsche zu s’ein? Ist die polnische Sprache gegen die mosaische Religion? Gibt eis etwa keine