Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Josef Kohn-Zedek, der letze neuhebräische Publizist der galizischen Haskala
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 9)
- Language
- German
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338 Josef Kohn>Zedek, der letzte neuhebräische Nachdem Josef Kohn-Zedek die Herausgabe einer Monatsschrift mißlungen war, wandelt er den Meged Jerachim in ein Literaturmagazin um, eine Schatzkämm er f ü r h eb räisc hes Sch rifttu m ארצו־ חכמה הכתב עתי המאסף} חקר לשונות קדומים, ביאורי כתבי הקדש, בקרת שני התלמודים ומדרשי חזיל, קורות העתים, מליצה'ושיר, Die Einleitung — Josef Kohn nennt sie פרוזדור, Vorhalle — enthält kluge und witzige historische Betrachtungen über Vorreden-Häkdamot, über Titel hebräischer Werke, weiche so wenig zum inhalte passen, ferner eine im Musiv- und Paitanimstil gehaltene Charakteristik der hebräischen Zeitschriften vom Meassef bis auf unsere Zeit. »Und es bereitete der Meassef in jenen Tagen der Lehre, der Weisheit und der heiligen Sprache großes Heil, und schritt wie eine Feuersäule vor dem Lager Israels und beleuchtete die Wege der Haskala Der Meassef wurde seinem Volke entrafft, darüber wehklagte man im Himmel.. . . Plötzlich reiften die ersten Früchte derZeiten an den Wasserströmen ..... Und der Lebensjahre der Erstlinge der Zeiten waren zwölfe*, ln diesem Tone geht es fort bis zu Kohn-Zedeks unmittelbarem Vorgänger Meir Leiteris, von dessen letzter Zeitschrift »Awne neser« es mit einem furchtbaren Calemboü'rg heißt: ,..וישא אותה (bezieht sich auf Letteris Zeitschrift ״צפירת תפארה״, deren unmittelbare Fortsetzung die Awrie neser bildeten) הלוי המאיר לעטרת שפת קדש ויכהן פאר במקדש שפת ירושלים שנתים ימים אלה תולדות עבר. Den Schluß dieser großen, farbenprächtigen, 21 Seiten fassenden Einleitung, welche in Wirklichkeit eine großartige Abhandlung ist, bilden hochinteressante Bemerkungen über die Herausgabe hebräischer Zeitschriften in Galizien, welche noch heute aktuell sind, ln Galizien, führt Josef Kohn- Zedek aus, kann nur ein Druckereibesitzer eine Zeitschrift herausgeben. Zudem sind die Mitarbeiter, vielbeschäftigte Rabbiner und Geschäftsleute, nicht imstande, regelmäßige, literarische Monatsbeiträge zu liefern. Deshalb war er ge-