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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 335

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Josef Kohn-Zedek, der letze neuhebräische Publizist der galizischen Haskala
Date
1911-01-01
Page
Seite 335 (sequence 6)
Language
German
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Publizist der galizischen Haskaia. 335 Chaim Leib Korn im Königsberger Wochenblatt Hakol ein Pamphlet gegen Josef Kohn-Zedeks literarische und publizistische Tätigkeit, welches viel wichtiges zur Geschichte der galizischen Haskaia enthält. Dem alten, galizisehen Journalisten sollte dadurch offenbar im vorhinein die Herausgabe einer neuen hebräischen Zeitschrift verleidet werden. Der Geschmähte antwortete in der Schrift 'שפת אמת. London 1879. Bis 1903 wirkte Josef Kohn-Zedek als Prediger im East-Ende. Die ganze Zeit hindurch war er ein regelmäßiger Besucher des britischen Museums und Benützer der hier aufgehäuften handschriftlichen Schätze. Im Juli 1903 wurde er auf dem Wege dahin vom Schlage gerührt. Im Jänner 1904 hauchte er in der jüdischen Heil- Stätte für unheilbare Kranke seine Seele aus. Wir wollen uns hier bloß mit Josef Kohn-Zedek, dem Publizisten, beschäftigen. Eine kurze Analyse seiner verschiedenen, kurzlebigen Zeitschriften wird uns, gerade weil Josef Kohn-Zedek nur ein Durchschnittsliterat war, am besten über das geistige Niveau der galizischen Judenschaft von 1855 informieren. Seine erste Zeitschrift nannte Kohn-Zedek Me ged J e r a c h i m (Segen der Monate). Die breitspurige Aufschrift am Titelblatt deutet genau den Inhalt an. Sie lautet in treuer Übersetzung: Segen der Monate, enthaltend Früchte der Forschung, Lehre, Sitte, des logischen Denkens, der Moral, des Gleichnisses und des Gesanges, welche blühten und zu Prachtfrüchten heranreiften auf den Beeten der Weisen und Verständigen im Garten der Sprache Ebers zur Erheiterung der Verständigen und zur Zeit herangediehen. Von Josef Kohn-Zedek. Im Jahre: Kostet bei mir die edlen Monatsfrüchte, weil sie köstlich sind. Schon Titel- und Umschlagblatt verraten, daß wir uns im Bannkreise des Mussiv- und Melizimstiles befinden, jenes Stiles, der Gedanken und Gefühle von Menschen des XIX. Jahrhunderts in eine Mosaik aus Verstrümmern der

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