Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829835-2829839-2890675--38742-2890749- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3,04 Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus der Kircho als die grimmigsten Verfolger Jesu und seiner Gemeinde hingestelli werdenj verurteilt nicht nur in entschiedenster Weise cias an Jacobus verübte Verbrechen; er berichtet des ,weiteren, daß die frommen und gesetzese|frigslen Juden auf das tiefste über dasselbe empört waren unä Sühne verlangten. Dieser Berichtdes Josephus erfuhr um die Mitte des zweiten Jahrhunderts, wo die allgemeine Kirche bereits aus den Kämpfen gegen das jüdische Christentum einerseits und den Gnostizismus andererseits als Siegerin hervorgegangen war, eine vollständige Umarbeitung. Zunächst durph Hegesipp. Es ist ein ganzer Roman, der uns jetzt geboten wird, der die'Tendenz verfolgt, die Steinigung des lacobus den Pharisäern zur Last zu legen. Hegesipps Hypomneumata sind nicht mehr auf uns gekommen, vermutlich weil sie Nachrichten enthielten und Anschauungen yertraten, die der Grolikirche nicht mehr förderlich erschienen, und sö teilten sie das Los unzähliger anderer in jener Zeit ahgefaßter religionsgeschichtlicher Werke. Aber Eusebius hat uns manche Bruchstücke daraus erhalten, zumal solche, die in seine Darstellung paßten, und er berichtet über die Steinigung des Jacobus wie folgt: »Am genauesten schildert das Schicksal des Jacobus Hegesipp, welcher der Apostelzeit am nächsten lebte, im fünften Buche seiner Kommentarien, wo er fplgendes berichtet: Gemeinsam mit den Aposteln übernahm die Leitung der Gemeinde der Bruder des Herrn, Jacobus, der zum Unterschied von vielen anderen desselben Namens der Gerechte genannt wurde. Dieser war schon im Mutterleib hejiig. Er trähk weder Wein noch sonst scharfes Getränkt noch nährte er sich von Fleischkost ... Ihm allein \yät gestaltet, in das 'Heiligtum einzügehen. Er tfüg kein vrollenes Sondern bin Leinengewand. Er ging itftmer allein in den Tempel, wo man ihn auf den Knien liegend und Gott für das Volk um Vergebung flehen sehen könnte.— Wegen seiner außerordentlichen Gerechtigkeit