Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 296 (sequence 1)
- Language
- German
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Von M. Freimanri. yerhieli sich Christentum? mm (Fortsetzung.) II. Auf festerem, weil geschichtlichem Boden blefiriäen wii• üris hei der Prüfung des Verhaltens des Judentums zu dem entstehenden Christentum. Da sind wir sogar in der Läge, manche bedeutsame Darstellungen der Evangelien zu kontrollieren und des ferneren, zu beobachten, in welcher Weise und zu welchem Zweck die mündlichen Überlieferungen der nazaräisch'eh Gemeinde Jesu in der apostolischen, insbesondere aber in der nachapostolischen Zeit, teiis unbewußt, teils aber infolge herrschender Voreingenommenheit, umgedeutet wurden. Es wird sich uns aber auch hier ergeben, daß man nicht berechtigt sei, von einer »jüdischen Verfolgung« Jesu und des entstehenden Christentums zu sprechen. Beginnen wir gleich mit der Vorgeschichte des Christentums, mit der Johanneischen Taufbewegung. Wie sich das Judentum zu der Hinrichtung des Täufers verhielt, erfahren wir von Josephus, der hierüber folgendes berichtet: »Diesen hatte nämlich Herodes töten lassen, einen vortrefflichen Mann, der die Juden aufforderte, sich der Tugend eifrig zu befleißigen, gegen einander Gerechtigkeit, gegen Gott Frömmigkeit zu üben, und so vorbereitet, sich zur Taufe zu vereinigen; denn dann werde die Taufe Gott wohlgefällig sein, indem sie dieselbe nicht zum Zwecke der Sündenvergebung anwendeten, da ja ihre Seele