Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Auszug aus Ägypten im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 9)
- Language
- German
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284 Der Auszug aus Ägypten im Lichte der Wissenschaft. die Wüste Schur, die nach ihr genannt ist, nimmt die Israeliten auf — —, eine neue Weltepoche ist angebrachen. 11. Ob das ganze Israel den Auszug mitgemacht hat und nicht etwa schon früher einzelne Stämme in Kanaan an* sässig gewesen sind? Nach allem, was wir von den Hyksoskriegen wissen, können wir die Frage nicht unbedingt verneinen. Es liegt durchaus im Bereiche der geschiehtliehen Möglichkeit, daß Teile des israelitischen Stammverbandes schon vor dem pentateuchischen Exodus nach Asien zurückgeströmt sind. Wissenschaftliche Spekulationen gibt es darüber in Hülle und Fülle, und wenn wir sie auch nicht alle durchmustern können, so soll doch die berühmte Israelinschrift nicht unerwähnt bleiben. Wir haben bereits (S. 280) von dem großen Siege gesprochen, den der Pharao Meneptah über die Libyer und Seevölker davontrug. Nach altem Brauch hat der Pharao seinen Triumph in einem bombastischen Siegeshymnus, der auch die Bezwingung der palästinensischen Städte berichtet, der Nachwelt mitgeteilt. Die Stelle, welche das Siegeslied enthält, wurde im Winter 1896 im Grabtempel des Meneptah zu Theben aufgefunden. Sie wurde alsbald weltberühmt, weil auf ihr im Zusammenhang mit kanaanäisehen Städten auch ganz unzweideutig der Name »Israel« erwähnt ist. Im Zusammenhang lautet die ganze Stelle:1) »Verwüstet ist Libyen, Cheta in Frieden, Erbeutet das Kanaan mit allen Schlechten, Gefangen geführt ist Askaion, gepackt Gezer, Jenoam vernichtet, Israel — seine Leute sind wenig, sein Same existiert nicht mehr; Syrien ist geworden zur Witwe für Ägypten«. J) Greßmann, Altorieatal. Texte S. 195.