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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 280

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Der Auszug aus Ägypten im Lichte der Wissenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 280 (sequence 5)
Language
German
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280 Der Auszug aus Ägypten im Lichte der Wissenschaft. gewesen sein. Zu dieser Flucht haben wir in den Lebens- Schicksalen eines vornehmen Ägypters aus älterer Zeit (Sinuhe-Roman) ein hochinteressantes Parallelstück; leider verbietet der Raum, auf dies Schriftstück näher einzugehen. Auch in Midjan ist Moses in ständiger Fühlung mit seinen ägyptischen Stammesgenossen geblieben. Während der langen Jahrzehnte seines Exils scheinen die Israeliten nicht so sehr gedrückt worden zu sein, was sich ungezwungen aus der politischen Lage erklären läßt. In seinem 21ten Regierungsjahr schließt nämlich Ramses II. nach langen Kämpfen mit dem Chetafürsten einen Friedensvertrag, der ihm das südliche Palästina garantiert. Damit entfiel auch die Veranlassung, die semitischen Deltastämme weiterhin als aufstandslüstern und »novaruni rerum cupldi« zu mißhandeln. Ohne Zweifel hat erst der Nachfolger Ramses II. wieder straffere Seiten aufgezogen. Dies leuchtet auch aus dem biblischen Berichte hervor. Es heißt nämlich (Exodus K. 11 V. 23): »Es geschah in jener langen Zeit, daß der König von Ägypten starb, und es ächzten (wieder) die Kinder Israel unter d e r A r b e i t u n d s i e schrieen....« Die geschichtliche Forschu ng enthüllt uns abermals das Rätsel des verstärkten Druckes. Auf Ramses II. folgte sein Sohn Meneptah, der Pharao des Auszuges. Im 5. Jahre seiner Regierung wird Ägypten von übermächtigen Feinden angegriffen und an den Rand des Verderbens gebracht. Eine wahre Völker- Wanderung brandet ins Land. Seefahrende Stämme aus allen Ländern des Meeres dringen in das Delta ein. Diese Gelegenheit benützen die Libyer und überfallen ihrerseits Ägypten von Westen her. Nach gewaltigen Anstrengungen erst gelingt es Meneptah, sich zu ermannen, und in einer großen Entscheidungsschlacht werden die Feinde geschlagen. Es ist nicht unmöglich, daß die Hebräer wiederum mit den Eindringlingen sympathisierten und deshalb einem

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