Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Nachtrag zu Wilhelm Raabe und die Juden
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829835-2829838-2890520--38676-2890661- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
250 Ein Nachtrag zu »Wilhelm Raabe und die Juden«. Das war mein Leben. Nun ist’s geschehen; — Aus allen Räumen Hab’ ich gewonnen — Ein holdes Träumen. Nun sind umschlossen — Im engsten Ringe, Im stillsten Herzen — Weltweite Dinge Lichtblauer Schleier — Sank nieder leise In Liebesweben — Goldzauberkreise — Ist nun mein Leben«. Wundervoll ist auch die Weihnachtspredigt des alten Pastors, sie wurde mir zum weihevollsten Gottesdien stet Und nun wirklich Schluß! Ihre allzeit getreue Verehrerin Philippine Ullmann. II. Braunschweig, den 4. Februar 1903. Sehr geehrte Frau Ullmann! Haben Sie Dank für die lieben Bilder meiner Eltern und des noch nicht zum Fabriknest gewordenen Jugend- Städtchens der 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts, die Sie mir in diesen dunklen melancholischen Wintertagen in der Erinnerung wachrufen! Was aber den übrigen Teil Ihrer freundlichen, aber doch vorwurfsvollen Zuschrift anbetrifft, so muß ich sagen, daß Sie mir Unrecht tun. Behandle ich nicht im »Hungerpastor« den wirklichen Juden mit allem׳ Respekt? Ist es meine Schuld, wenn Sie den Renegaten noch zu den Ihrigen rechnen? Meine Schriften scheinen Ihnen doch mehr durch der* Zufall in die Hand gegeben zu werden; ich erlaube mir daher, Sie auf die »Frau Salome« im dritten Bande der Gesammelten Erzählungen aufmerksam zu machen. Vielleicht entschädigt die jüdische Dame dort Sie für Ihr Mißfallen an Herrn Moses Freudenstein, alias Dr. Theophil Stein! Auch aus »Höxter und Corvey« in demselben Bande können Sie wohl entnehmen, daß ich nicht zu den »Antisemiten« zu zählen bin, sondern nur wie unser Herrgott