Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Streit um die jüdische Garküche in Bromberg am Beginne des 19. Jahrhunderts
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
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246 Der Streit um cLjüd. Garküche in Bromberg am Beginne d. 19. Jafarh. nicht auch die 100 Thaler in den städtischen Baufond fließen sollen, nicht unerheblich durch die Bemerkung ab, daß Gerson für die Bewilligung des ordinairen oder extraordinairen Schutzes noch ganz andere Summen zahlen würde und wohl nur aus Furcht vor dem Widerspruch seitens der Juden und Christen keinen diesbezüglichen Antrag gestellt habe, mit anderen Worten durch die Bemerkung, daß Gerson ein Steuerobjekt sei, welches der Staat sich kaum entgehen lassen dürfe. Da gab wieder das General-Direktorium in Berlin dem Laufe der Angelegenheit eine unerwartete Wendung. Wahrscheinlich jetzt erst davon unterrichtet, daß Hirsch Gerson nicht aus dem Westpreußischen Departement gebürtig war1), verfügte es am 20. Juni 1804, daß Gerson mit seinem Gesuch völlig abzuweisen und bald nach seiner Heimat zu befördern, die Konzession zur Garküche aber bei Untersagung jedes anderen Handels gegen 50 und 2 Taler an die Meyer zu erteilen sei. An der Erteilung dieser Konzession hatte der Staat allerdings keine große Freude. Bezüglich der 50 Taler blieb die Meyer eine äußerst säumige Zahlerin. Bald mußte ihr mit exekutorischer Beitreibung der Summe gedroht werden, bald damit, daß die Konzession wieder aufgehoben und ihr das Gewerbe nie wieder erlaubt werden würde. Erst am 31. Oktober 1805 konnte der Magistrat die Meldüng erstatten, daß der letzte Rest der Summe von der Meyer nun bezahlt sei. l) ln dem Bescheide des Direktoriums wird Gerson nicht als Südpreuße, sondern als Nea-Ostpreuße bezeichnet.